Skip to main content

Full text of "Des Apollonius Dyskolos Vier Bücher über die Syntax, übers. und erläutert von A. Buttmann"

See other formats


Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 






6000001 21 J 



■i- 




DES 



APOLLONIOS DYSKOLOS 



VIER BÜCHER 



ÜBER DIE SYNTAX 



ÜBERSETZT UND ERLÄUTERT 




VON 



ALEXANDER BUTTMANN. 



BERLIN 

FERD. DÜMMLERS VERLAGSBUCHHANDLUNG 



HARRWITZ UND GOSSMANN 



5öh 



1877. 

e 



I .• - 



ru 



Vorrede. 



Da man von jedem der die nationalgriechischen Grammatiker 
kennen lernen will verlangen darf oder vielmehr verlangen muss, 
dass er dieselben nicht anders als in der Ursprache liest und ver- 
stehen lernt, so bin ich der gelehrten Welt eine Erklärung schuldig, 
warum ich es dennoch unternommen habe eine Uebersetzung der 
Syntax des Apollonius zu veranstalten. 

l. Ob Apollonius den Beinamen JvfJxoXog seinem mürrischen 
Wesen oder der L^nverständlichkeit seiner Schriften zu verdanken 
habe, darüber war man bereits im Alterthum ungewiss ^. Ueber 
die Beschaffenheit seines Charakters wird uns näheres nicht be- 
richtet; desto mehr haben wir Ursache den Ursprung jener Be- 
nennung in der allbekannten und fast sprichwörtlich gewordenen 
Schwierigkeit seines Stils zu suchen, wie sie sich namentlich in 
seinem Hauptwerk, der Syntax, dokumentirt. Mehr als seine 
übrigen Schriften bedarf diese zum richtigen Verständnis eines 
anhaltenden, tief eingreifenden Studiums, und zwar nicht nur des 
Autors selbst, sondern auch der dahin einschlagenden reichhaltigen 
älteren und neueren Litteratur. Aber nicht jeder Gelehrte, nament- 
lich wenn er sich ein anderes Arbeitsfeld erwählt hat oder zeit- 
raubende Berufsgeschäfte ihn in Anspruch nehmen, ist im Stande 
solche selbständige Studien zu machen; ja gar mancher, wenn er 
auch vom besten Willen beseelt an die Lesung der Syntax in der 
Bekkerschen Edition herangegangen war, hat sich vielleicht, von 
der Nutzlosigkeit seines Beginnens überzeugt, von derselben wieder 



*) Vgl. die Vita des Apollonius in der Sylburgschen Ausgabe, auch abgedruckt 
in Philem. rehq. ed Osann. p. 306. 



IV 

abgewandt, weil es ihm an den erforderlichen Hülfsraitteln fehlte, 
sei es nun an solchen wie eine mit den nöthigsten Hinweisungen 
und lexikalischen Beigaben versehene, durch übersichtliche An- 
ordnung des Textes lesbare Ausgabe, oder aber ein fortlaufender, 
eingehender. Form und Inhalt der Gregenstände besprechender 
Commentar sie bietet. Der Yerf. war daher lange in Zweifel, 
welchen Weg er einschlagen sollte. Er ist noch jetzt fest über- 
zeugt dass der Besitz einer neuen Ausgabe des griechischen Ur- 
textes, nach den oben angedeuteten Grundsätzen bearbeitet, den 
Zweck den er im Auge hatte in gleicher Weise, vielleicht noch 
besser gefördert haben würde. Denn wenn es auch ohne neues 
handschriftliches Material nicht leicht möglich ist einen wesentlich 
besseren Text zu stände zu bringen, als ihn Bekker mit Hülfe 
seiner Handschriften und kritischen Meisterschaft geliefert, so ist 
doch nicht zu verkennen dass gerade der Mangel einer übersicht- 
licheren Anordnung, das Fehlen der durchaus nöthigen Hinweisungen 
namentlich auf frühere oder nachfolgende Stellen des Autors selbst 
und eines nach wissenschaftlichen Grundsätzen gearbeiteten Re- 
gisters, dessen Nothwendigkeit schon Sylburg erkannte, das Ver- 
ständnis der ApoUonianischen Syntax bedeutend erschweren muss. 
Es waren aber andere Gründe die den Verfasser nöthigten, vor- 
derhand wenigstens von einer neuen Ausgabe Abstand zu 
nehmen. 

2. Wenn auch Bekker zahllose Mängel der früheren Ausgaben 
beseitigt, manche Lücke ausgefüllt, namentlich auch den großen 
von Sylburg zuerst dem Text wieder einverleibten Passus von 
p. 137, 19 bis 181, 18 nach einer pariser Handschrift in besserer 
Gestalt edirt hat, so fehlt doch viel daran, dass wir jemals' den 
reinen und vollständigen Text der Syntax, wie er aus der 
Feder des ApoUonius geflossen, wiederhergestellt zu sehen hoffen 
dürften. Ob das vierte Buch von ApoUonius selbst unvollendet 
gelassen war, oder ob die letzte muthmaßlich größere Hälfte des- 
selben verloren gegangen ist, darüber lässt sich ein unumstößlicher 
Beweis nicht mehr erbringen (vgl. unten Note 4 zu Abschn. 7). 
Thatsache aber ist dass dem vierten Buch die Untersuchungen über 
die Adverbien und Conjunktionen , wahrscheinlich auch noch ein 
Theil derjenigen Partie, die von den Praepositionen handelt, wirk- 
lich fehlt. Dass ferner auch die übrigen Bücher mehr oder weniger 
verstümmelt auf uns gekommen sind, dafür liegen erhebliche Gründe 
vor, auf welche ich an den einzelnen Stellen aufmerksam zu machen 



nicht unterlassen werde (s. bes. Anh. VII und VIII). Auf der 
anderen Seite ist aber eben so wenig zu verkennen, dass der Text 
des Apollonius an vielen Orten interpolirt worden ist. Dafür 
sprechen nicht nur zahlreiche innere und äussere Anzeichen (s. die 
Noten zu den mit [ ] eingeklammerten Stellen), sondern das Gegen- 
theil könnte eher befremden, da die Veranlassung zu Text -Ver- 
änderungen und Erweiterungen vielleicht bei keinem Grammatiker 
in größerem Maße vorhanden war als gerade bei ihm. Apollonius 
ist der erste der die Möglichkeit eine zusammenhängende Syntax 
der griechischen Sprache zu schreiben mit genialem Forscherblick 
erkannte und die Aufgabe mit absoluter Selbständigkeit löste. 
"Weder vor noch nach ihm haben die alten Grammatiker ein 
selbständiges Buch über die Syntax geschrieben. So kam es dass, 
wie in allem was zur Formenlehre gehört Herodian, so in syn- 
taktischer Hinsicht Apollonius die maßgebende Autorität ge- 
worden ist, und sein System bei allen UnvoUkommenheiten, die 
ihm begreiflicher Weise noch ankleben, das herrschende geblieben 
ist das ganze Mittelalter hindurch bis auf Theodorus Gaza und 
Laskaris hinunter. Wenn auch hie und da mit der Zeit richtigere 
Erkenntnis oder rationellere Behandlung in einzelnen Punkten sich 
geltend machte, so blieb doch Apollonius im großen und ganzen 
der alleinige und geistige Führer bei allen ähnlichen Unter- 
nehmungen ; ja man suchte, wie die Schriften eines Priscian, Macro- 
bius, Maximus Planudes u. a. beweisen, seine ganze wissenschaft- 
liche Befriedigung und Ehre darin die Syntax des Apollonius sich 
anzueignen oder auch der Mitwelt, so weit die eigene Capacität es 
vermochte, durch Nachbildung verständlich zu machen. Kein 
Wunder daher wenn die im Alterthum vorhandenen Handschriften 
des Apollonius, von denen unsere heutigen Abschriften stammen, 
von gelehrten und ungelehrten Besitzern mit zahlreichen Rand- 
bemerkungen, Glossen, Inhaltsangaben, Zusätzen versehen wurden, 
die dann später wohl oder übel, geschickt oder ungeschickt von 
den Abschreibern dem Texte einverleibt wurden. Nimmt man zu 
alledem die Unsicherheit und Corruption des fast nur von Hand- 
schriften neuem Datums überlieferten Urtextes, die Dunkelheit, 
stellenweis auch wol die Unbehülflichkeit der ApoUonianischen 
Ausdrucksweise hinzu, so ist es begreiflich dass auch die beste 
Ausgabe doch mehr oder weniger noch eines ergänzenden und er- 
läuternden Commentars bedarf. 

3. Aus allen diesen Gründen entschloss ich mich zunächst 



VI 

zur zweiten Alternative, d. h. einen Commentar zur Syntax zu 
liefern. Die Nothwendigkeit eines solchen erkannten bereits 
Fr. Portus und Sylburg, deren Noten noch heute von großem 
Werth sind, und die tief eingreifenden, umfassenden neueren Ar- 
beiten und Untersuchungen eines Lobeck, Lehrs, Schömann, 
Skrzeczka, 0. Schneider, Egger, L. Lange, K. E. A. Schmidt u, a. 
beweisen zur Genüge, wie schwer es ist nicht nur das Wesen und 
die Bedeutung der Ap. Syntax im ganzen, sondern auch seine 
wahre Meinung über die einzelnen Gegenstände zu erfassen oder 
zu reconstruiren. Aber alle jene genannten Schriften, jeder ein- 
gehende, fortlaufende Commentar bleibt nutzlos ohne genaue 
Kenntnis des Textes selbst. Wer aber hinter dem Studium 
solcher commentirenden Schriften erst den ApoUonius zur Hand 
nimmt, bedarf immer noch mindestens desselben Aufwandes von 
Kraft und Anstrengung, den ihm eine vorherige Lesung desselben 
verursacht haben würde. Der beste Commentar bleibt also, wie 
oft genug bemerkt worden, eine gute möglichst getreue Ueber- 
setzung, und zwar eine solche die nicht nur mit den nöthigen 
Hinweisungen versehen ist, sondern zugleich die durch die neuere 
Kritik bereits gewonnenen unbestreitbaren Resultate verarbeitet 
und zur Geltung bringt. In diesem Sinne glaubte der Yerfasser 
mit der Uebersetzung der Syntax einem großen Theile des ge- 
lehrten Publikums einen Dienst zu erweisen; er hat sie unter- 
nommen nicht in der Absicht der Bequemlichkeit Yorschub zu 
leisten, sondern um das lebendige Wort des Autors an stelle eines 
ermüdenden, fortlaufenden, von dem Urtext mehr ab- als zu ihm 
hinlenkenden Commentars zu setzen, und um zugleich an den zahl- 
reichen Stellen nachzuhelfen, wo der fehlerhafte oder lückenhafte 
oder interpolirte Text des ApoUonius nahezu jedes Yerständnis 
unmöglich macht. Dadurch soll und wird, hoffe ich, das selbst- 
ständige Studium des ApoUonius nicht gehindert, sondern vielmehr 
gefördert werden. Denn ob ich jedesmal das richtige getroffen, 
steht dahin, und der verständige und einsichtsvolle Leser wird 
noch immer Yerlangen genug in sich spüren den Urtext mit der 
Uebersetzung zu vergleichen. Je mehr er dies thut, desto mehr 
wird er den Intentionen entsprechen welche den Yerfasser bei An- 
fertigung seiner Uebersetzung geleitet haben. Imgleichen haben 
die unter dem Text befindlichen Noten nur den Zweck, alles das- 
jenige was zum Yerständnis einzelner Stellen oder ganzer Ab- 
schnitte beiträgt und geeignet ist die gegebene Uebersetzung zu 



vn 

rechtfertigen, zusammenzustellen, keineswegs aber das Urtheil des 
Lesers zu captiviren. Daher enthalten auch die Noten zum 
größten Theile nur Hinweisungen auf frühere oder nachfolgende 
Schriftstellen und andere Schriften des ApoUonius (denn ApoUonius 
will, wie jedes Original, nicht aus anderen, sondern aus sich selbst 
verstanden werden), oder auf solche Arbeiten und Abhandlungen 
der Gelehrten, die in diesem Sinne das Verständnis des Gramma- 
tikers angebahnt oder veryoUständigt haben. Dies war die Absicht 
des Yerfassers, welche er besser durch eine praecise, einen Com- 
mentar repraesentirende Uebersetzung des lebendigen Ur- 
textes, als durch einen weitläuftigen Commentar ohne Text glaubte 
erreichen zu können. 

4. Soviel über Veranlassung, Plan und Zweck der vorliegenden 
Uebersetzung. Nun noch einiges über die äussere Einrichtung des 
Buches. Bekanntlich hat Bekker die Sylburgsche Capitel-Ein- 
theilung beibehalten, die in den Handschriften und älteren Aus- 
gaben befindlichen Lemmata oder Inhaltsangaben aber weggelassen. 
Zu dem zweiten hatte er seinen guten Grund ; denn dass dieselben 
oft ganz falsche Angaben enthalten, also nicht von ApoUonius, 
sondern einem unkundigen Leser herstammen, darüber ist heut- 
zutage niemand mehr in Zweifel. Ein ungleich größeres Ver- 
dienst aber würde sich Bekker erworben haben, wenn er seine 
Ausgabe mit einer neuen Capitel-Eintheilung ausgestattet hätte. 
Denn die Sylburgschen Textabschnitte sind, da sie auf jenen alten 
Inhaltsangaben basiren, über alle Maßen mangelhaft und haben 
wesentlich dazu beigetragen die Orientirung in dem Buche nicht 
zu erleichtern sondern zu erschweren. Bis zu einem gewissen 
Orade zwar hat Bekker sich von denselben emancipirt, indem er, 
wo der Sinn es erforderte, andere Abschnitte machte, oder bei 
Sylburg unnothiger Weise auseinander gerissene Stücke wieder zu 
einem Ganzen vereinigte. Um so mehr wird man es mir zum 
Vorwurf machen können dass auch meiner Uebersetzung dieselbe 
Eintheilung zu gründe liegt. Aber andere Erwägungen waren es 
die mich bestimmten, wenn auch widerstrebend, die alten Capitel 
beizubehalten. Meine Uebersetzung basirt auf dem Text der 
Bekkerschen Ausgabe, die heutzutage in aller Händen ist und von 
den Kritikern allgemein für die beste gehalten wird. Daher war 
sie verpflichtet auch in allen äusseren Dingen an diese sich an- 
zulehnen und muss es sich versagen eine Neuerung einzuführen, 
der freilich ein künftiger Herausgeber des griechischen Urtextes 



sich kaum noch wird entziehen können. Dafür glaube ich dem 
Mangel einer rationellen Capitel-Eintheilung dadurch einigermaßen 
abgeholfen zu haben, dass ich mehr noch wie Bekker das in sich 
zusammengehörige auch aus serlich in besondere Abschnitte zu- 
sammenfasste, den einzelnen Seiten Columnentitel beifügte, hie und 
da auch kleine Aenderungen der Capitel-Bezeichnung ■ wagte, be- 
sonders aber dadurch dass ich dem ganzen Werke eine das Apol- 
lonianische System in möglichst klaren Umrissen zur Anschauung 
bringende Uebersicht vorangestellt habe. Ausserdem sind dem 
Texte Seiten- und Zeilenzahl der Bekkerschen Ausgabe beigefügt 
worden, weil seit Erscheinen derselben kaum noch eine andere 
Citationsweise üblich und dieselbe auch von mir im ganzen Buche 
beibehalten ist, mit geringen Ausnahmen, wo das Gitiren nach 
Capiteln größere Bequemlichkeit darbot. 

5, Ferner sind, um die Zahl der Noten nicht über Gebühr zu 
vermehren, kleinere Zusätze welche zur Herstellung des von Apol- 
loniua selbst beabsichtigten Sinnes nothwendig erschienen, sofort 
dem Texte einverleibt, jedoch als nicht zum überlieferten "Wortlaut 
gehörig in runde Klammern () eingeschlossen worden. Zum 
Unterschied von diesen sind alle im griechischen Context wirklich 
vorhandene und augenscheinlich von Apollonius selbst herrührende 

Zusätze und Parenthesen zwischen zwei wagerechte Striche 

gestellt. Was dagegen zwischen zwei eckigen Klammern [] 
steht, ist von dreifacher Art. Damit sind nehmlich, sowohl inner- 
halb des Textes wie in den Noten, bezeichnet worden 1) alle im 
griechischen Text befindliche und so weit es möglich war in der 
Uebersetzung ausgefüllte Lücken; 2) diejenigen Stellen welche 
so fehlerhaft oder unsicher überliefert sind, dass von einer ge- 
treuen Nachbildung des im Text gegebenen Wortlautes Abstand 
genommen werden und der Uebersetzer sich begnügen musste nur 
den muthmaßlichen Sinn wiederzugeben; 3) alle offenbaren Inter- 
polationen oder verdächtig scheinenden Zusätze, namentlich wenn 
sie den gegebenen Zusammenhang auf widersinnige und störende 
Weise unterbrechen. Welcher dieser drei Fälle jedesmal statt- 
findet, darüber ist dann in den Noten die erforderliche Auskunft 
gegeben worden. Nicht ausgefüllte Lücken sind dagegen in der 
Regel durch mehre hinter einander folgende Striche — — — 
markirt worden. 

6. Obwohl ich bemüht gewesen bin, den der Uebersetzung bei- 
gefügten Commentar nur auf das nothwendigate zu beschränken, 



IX 

so erforderte doch eine Anzahl von Stellen eine ausfuhrlichere Be- 
sprechung oder Yergleichung mit anderen Schriften oder Schrift- 
stellen, als dass es möglich gewesen wäre sie in den engen Bahmen 
von Text-Noten zusammenzudrängen. Diese findet man in Form 
von Excursen oder Anhängen zu Ende der Syntax, welche Ge- 
legenheit zugleich dazu benutzt worden ist, mehre für die Erklärung 
der Syntax wichtige Partien aus anderen Schriften des Apollonius, 
insonders aus der Abhandlung de Adverbiis, gleichfalls in Ueber- 
setzung, der Syntax folgen zu lassen. Ueber die dort behandelten 
Gegenstände, sowie über die Veranlassung zur Besprechung der- 
selben habe ich mich in den Excursen selbst hinlänglich ausge- 
sprochen, weshalb hier einfach auf dieselben hingewiesen wird. 
Nur 6in Anhang erfordert an dieser Stelle einige vorbereitende 
oder einleitende Bemerkungen. 

7. Keinem der das Buch des Apollonius de Adverbiis hinter 
einander und mit einiger Aufmerksamkeit gelesen hat, kann es ent- 
gangen sein, dass die ganze Schlusspartie der genannten Schrift von 
p. 614, 26. an in einem seltsamen Widerspruch mit dem voraus- 
gegangenen Context sich befindet, so dass es unmöglich ist sie als 
ein zu derselben Abhandlung gehöriges Stück zu betrachten. 
Denn es ist darin nicht nur von denselben Gegenständen die Rede 
welche kurz vorher in derselben Weise und zum Theil besser (vgl. 
Anh. rV), auch fast in derselben Reihefolge und mit denselben 
Beispielen behandelt worden waren, sondern es wird sogar zweimal 
(p. 616, 30 und 622, 27) ausdrücklich mit den Worten oU Binofisv 
oder itQifvai iv tm tisqI imQQfi^dvoav auf diese Abhandlung als 
auf eine abgesonderte Schrift hingewiesen. Ausserdem erfahren 
wir durch eine beiläufig von Bekker zu Pron. p. 197 (457) gegebene 
Notiz, dass in der einzigen Handschrift, welche uns die Abhand- 
lungen de Adverb, und de Pronom. erhalten hat, dem pariser Codex 
2548 (A), der letzte Theil der Abhandlung über die Adverbia 
mit dem ersten Blatt des Buches de Pron. zusammen durch ein 
Yersehen des Bibliopegen an eine falsche Stelle gerathen ist. 
Leider hat Bekker versäumt anzugeben, von welchem Worte an 
dieser letzte Theil beginnt. Aus den von ihm wie immer kärglich 
zugemessenen Notizen (Pron. p. 149 und 197) geht nur so viel her- 
vor dass diese Schlusspartie im ganzen 7 Blätter ausfüllt, nach der 
jetzigen Paginirung des Codex fol. 177 — 183 2, also nach ungeföhrer 

') Indem sich hieran das erste Blatt der Abhandlung de Pronominibus, oder 
fol. 184 des Codex anschloss, bildeten diese 8 folia zusammen einen Doppel- 



Schätzung etwa gerade so viel als der Bekkerpche Text von der 
bezeichneten Stelle (614,26) an bis zum ScMusb des Buches (625, 
13) an Raum in der Handschrift beanspruchen möchte. Hierauf 
gründet nun 0. Schneider (Ehein. Mus. 1845. p. 446 sq.) seine 
Hypothese, dass ursprünglich jene 7 Blätter gar nicht zu der Ab- 
handlung de Adverb, gehört haben, sondern ein BestandtheU des 
4. Buches der Syntax gewesen sind, dessen über die Advetbia und 
Conjunktionen handelnde Abschnitte eben verloren gegangen sind 
(s. unten). Diese Meinung hat bei vielen G-elehrten Eingang ge- 
funden, so dass zB. Skrzeczka von einem neuen Herausgeber der 
Syntax geradezu verlangt, dass er die genannte Partie als Frag- 
ment dem bisher edirten Texte der Syntax folgen lasse. Gleich- 
wol hat langjährige Beschäftigung mit den Schriften des Apollonius 
mich überzeugt dass die Sache so ausgemacht nicht ist wie sie 
scheint, mindestens noch weiterer Beweise bedarf als der bisher 
beigebrachten. Was aus den Beweisführungen 0. Schneiders mit 
völliger Sicherheit hervorgeht ist nur dies, dass jener Passus von 
p. 614, 26 an zur Abhandlung nsQl Bm^qfijiätaty nicht gehört 
haben kann, nicht aber mit gleicher Evidenz, dass er ursprünglich 
ein Theil des 4. Buches der Syntax gewesen ist. Die Gtründe 
die mich dazu bestimmen sind doppelter Art, sowohl äussere als 
innere, und lassen sich kurz in folgendem zusammenfassen. 

Erstens. Die vier im Cod. Par. 2548 enthaltenen Bücher sind 
so geordnet dass die Syntax die erste Stelle einnimmt (foi. 1 — 92), 
darauf die beiden Abhandlungen de Coniunct. und de Adverb, 
folgen (fol. 93 — 145) ; von da ab bis zum Schluss die Abhandlung 
de Pronom. steht (fol. 146 — 194, mit Ausnahme jener 7 Blätter 
fol. 177 sq.). Dass die Faginirung der Handschrift erst nachdem 
sie ihren jetzigen Einband erhielt vorgenommen wurde, beweisen 
die Folio-Ziffern jener 7 Blätter. Da jedoch mit ihnen zusammen 
das erste Blatt der Abhandlung de Pron. zu einem Doppel-Qua- 
ternio vereinigt wurde, so läsat sich daraus mit Sicherheit erkennen 
dass schon vor dem Zusanmienheften der einzelnen Biicher in den 



qitateriiio (von fol. 177 f bis 184 '), der eigentlich gleich hinter fol. 145 (wo jetzt 
die Abhandlung de Adverhiia im Codex aufhört) kommen sollte, aber aus Ver- 
sehen erst hinter fot. 176, also mitten in die Abhandlung de Pronom inibus, hinein- 
geheftet und danach paginirt worden ist. Die richtige Reihefolge der Blätter in 
de Pron. ist also : fol. 184. 146—176. 185—194. Die dazwischen liegenden Blätter 
fol. 177—183 sind eben jene 7 Blätter aus der Abhandlung de Adverbüs, von 
denen die Rede ist. 



XI 

jetzigen Einband jene 7 Blätter dicht vor der Abhandlung de 
Pron., also auch unmittelbar hinter der Abhandlung de Adv. ge- 
standen haben, beim Binden aber nur das Versehen begangen ist, 
dass der so gebildete Doppelquatemio (fol. 177r — lfe4v) an eine 
falsche Stelle eingeheftet wurde. 

Zweitens. Auch angenommen die 7 Blätter seien ein Frag- 
ment der verloren gegangenen Partie der Syntax und nur durch 
einen Zufall hinter die Abhandlung de Adverb, gerathen , so bleibt 
es doch unerklärlich wie es gekommen, dass, nach dem edirten 
Text zu urtheilen, weder zu Ende der Syntax, noch zu Anfang 
jener Schlusspartie der Abhandlung de Adv., noch zu Ende der- 
selben, also an drei Stellen zugleich, auch nicht die geringste 
Spur der Abgerissenheit sich erhalten hat, wie es doch zu Ende 
der beiden Bücher de Gonj. und de Pron. der Fall ist. Wenn auch 
an einer anderen Stelle der Syntax ähnliches sich zugetragen zu 
haben seheint (s. Anh. YII, 20), so glaube ich daselbst doch nach- 
gewiesen zu haben, dass wenigstens an der einen Seite der dort 
vorhandenen Lücke die Spur der gewaltsamen Lostrennung sich 
noch erkennen lässt. 

Drittens. Sollen aber in der That jene 7 Blätter ursprüng- 
lich der Syntax angehört haben, so ist vor allem der Nachweis 
unerlässlich, dass das erste jener 7 Blätter, also fol. 177r, wirklich 
genau mit den Worten jener Schlusspartie 614, 26, also 
mit den Worten ra ton&xä vfSv iniQQiniaxoiv beginnt. Ist dies 
nicht der Fall (leider begnügt sich Bekker wiederum mit der sehr 
unbestimmten Angabe: extrema pars libri de Adverbiis), so 
können jene Blätter von Haus aus nirgend anderswo gestanden 
haben, als eben hier. Darüber kann jedoch nur eine neue Inspek- 
tion der Handschrift uns Gewissheit bringen^. 



*) Fast möchte ich jetzt schon, ohne die Handschrift gesehen zu haben, be- 
haupten dass der Anfang von ful. 177 mit p. 614, % des Bekkerschen Textes 
nicht identisch, sondern an einer früheren Stelle zu suchen ist. Es ist nehmlich 
keinem Zweifel unterworfen dass im Bekkerschen Text zwei Seiten vorher, 
und zwar vor p. 612, 21, eine bedeutende Lücke anzunehmen ist, wenn ßekker 
eine solche auch nicht markirt hat. Dass dort von dem homerischen Adverb 
Tftf oder TU gehandelt wird, ist aus dem ganzen Zusammenhange, namentlich aus 
p. 613, ^ erkennbar, und hat auch bereits Lehrs im Rhein. Mus. 1843 p. 340 
bemerkt (Vgl. über xm oder tia Etym. M. 773, 16. Lentz ad Herod. I 493. 
n 595, 12. La Roche, hom. Textkr. 368, der beiläufig, wenn er die Stelle p. 612, 
21 sq. aufmerksam gelesen oder sich der obigen Bemerkung Lehrs' erinnert hätte, 
das Zeugnis des ApoUonius für seine Angaben nicht vermisst haben würde.) 
Kurz Torher ist aber von allen möglichen Dingen, nur nicht von xä oder ro die 



xn 

Viertens. Dass ApoUonius im vierten Buche der Syntax 
nicht nur über die Praepositionen, sondern auch über die Adverbia 
und Conjunktionen geschrieben hatte, ist theils, wie 0. Schneider 
richtig bemerkt, aus der Oekonomie des ganzen Werkes, theils 
aus zahlreichen Stellen der Syntax und der Schrift de Abverb. er- 
sichtlich, wo ApoUonius, wie ich glaube, auf diesen letzten nicht 
vorhandenen Theil seiner Syntax verwiesen hat. S. u. a. die Noten 
zu p. 123, 17. 204, 11. 205, 18. 246,6. 284,2. 309, 1. 315,8. 316,12. 
328,27. 531,5. 532,32. 535,25. Aber in keiner dieser Stellen 
nimmt er auf den in Rede stehenden Passus Bezug. Das ist nun 
freilich nicht zu verwundern; denn an keiner der oben aufgeführten 
Stellen ist von einem der in jenem Passus behandelten Gegenstände 
die Rede. Wenn hieraus also zwar nicht folgt, dass jener Passus 
nicht zur Syntax gehört haben kann, so darf man wenigstens aus 
keiner einzigen derselben auf die ursprüngliche Zusammengehörig- 
keit des in Rede stehenden Abschnitts mit der Syntax zurückschlies- 
sen. Auffölliger und der anderen Annahme günstig mag der Um- 
stand erscheinen, dass ApoUonius auch in der Schrift de Adv., 
obwohl er darin mehrfach ausdrücklich auf die Syntax verweist 
(s. p. 530,29. 532,6.32. 535,25. 542,12), und obwohl er mehrmals 
recht erhebliche Veranlassung hatte gerade auf den Inhalt jenes 
Schlusspassus zu verweisen, falls er wirklich zur Syntax gehört 
hatte, es dennoch niemals thut. S. bes. p. 609, 18 sq., wo er über die 
verschiedenen Relationen von staco und Ivdov handelt; p. 597, 22 sq., 
wo er von der Bedeutung der Endsilbe d^sv in den Pronominal- 
formen ifiS(^€v a^x^av i^sv spricht, und p. 590, 24, wo er den fehler- 
haften Gebrauch von mos rügt und die richtige aristarchische Auf- 
fassung einschärft. Alle drei Gegenstände finden sich, wie oben 
bemerkt, fast ebenso breit behandelt in jener Schlusspartie, aber 
ohne dass auf dieselbe auch nur mit einem Worte verwiesen wird. 



Rede. Offenbar also ist vor den Worten: ov /u^y t6 TiQoxti/ufyoy /uog^oy eine 
Lücke im Text, die Bekker vielleicht bloß deshalb nicht wahrnahm, weil fol. 145 
mit den vollen Worten daating y.al i/'*^^? (612, 20) sc bloss, und jene 7 Blätter, 
die er als zur Abhandlung de Adverbiis gehörig erkannte und hier anfügte, 
gleichfalls mit den vollen Worten ov fdr/y t6 tiqox. /uogioy (612, 21) anfingen, 
ohne jedoch zu bemerken dass die Wörter t6 ngoxd/LKyoy /nogtoy sich unmöglich 
auf das vorhergehende ilao oder ^(og beziehen können, also zwischen fol. 145 
und 177 noch ein oder mehre Blätter ausgefallen sein müssen. Endlich 
lässt auch der Raum von 7 Blättern der Handschrift auf einen etwas größeren 
Umfang schliessen als auf den von 10 Seiten des Bekkerschen Textes, da auf ein 
folium der Handschrift mindestens zwei Seiten des Bekkerschen Textes ge- 
rechnet werden müssen. 



XIII 

Da ApoUonius jedoch in der Abhandlung de Adv. auf die Syntax 
fast immer als auf ein künftig noch zu edirendes Werk hinweist, 
so ist auf diesen Umstand kein allzugroßes Gewicht zu legen, um 
so weniger als doch die Möglichkeit dass er die Syntax überhaupt 
gar nicht vollendet hat, nicht ausgeschlossen ist.* 

Zu den obigen auf eine Anzahl bestimmter concreter That- 
sachen sich stützenden Gründen gesellt sich als fünfter noch eine 
mehr allgemeine Wahrnehmung. Wer unmittelbar nach anhalten- 
der Beschäftigung mit der Syntax irgend ein anderes der drei 
Bücher des ApoUonius liest, dem kann die wesentliche Verschieden- 
heit der beiden Schriftarten nicht entgehen. Der Unterschied liegt 
nicht in der Materie; denn in den drei anderen Schriften werden 
so gut syntaktische Gegenstände, als in der Syntax solche die 
eigentlich zur Formenlehre gehören besprochen, sondern vielmehr 
in der ganzen Behandlungsweise des grammatischen StoflFes. Der 
Charakter der Syntax ist ein discursiver, indem sie in dialektischer 
Manier, fast nach Art eines Rhetors in Gerichtsverhandlungen^, 
oder eines Docenten auf dem Katheder® die Gegenstände bespricht; 

*) Ob das 4. Buch bloß unvollständig auf uns gelcoramen, oder ob ApoUo- 
nius es nicht zum Abschluss gebracht hat, darüber erlaube ich mir kein be- 
stimmtes Urtheil. Für die erste Alternative spricht der Umstand dass er so 
häufig auf Gegenstände verweist, die nur im 4. Buche behandelt werden konnten 
(s. oben S. XII.). Doch ist dieser Grund nicht ausreichend, da es doch jedem 
Schriftsteller unbenommen sein muss, auf künftig in demselben Buche zu behan- 
delnde Gegenstände, namentlich wenn ihm der Plan des ganzen Werkes bereits 
klar vor Augen liegt, hinzuweisen. Für die zweite dürfte die Beobachtung ins 
Gewicht fallen, dass wies scheint in allen Handschriften, auch im Paris. A, die 
Syntax mit einem vollen Satze abschliesst, ohne dass Spuren eines unvollständig 
gebliebenen Textes, wie in den beiden Büchern de Goniunctionibus und de Pro- 
nominibus, vorhanden sind. Doch ist es wiederum ja wohl denkbar, dass alle 
vorhandenen Handschriften (s. Abschn. 10) von ein und demselben schon unvoll- 
ständigen Archetyp herstammen. Sicherer können nur diejenigen urtheilen 
denen Einsicht in den cod. Par. 2548 gestattef ist (die Godd. B G D gehen, wie 
die Aldina und Juntina, nur bis p. 332, 9, schliessen jedoch gleichfalls mit einem 
vollen Absatz). Dass Ap. p. 615, 14 bei Erwähnung von Trp und „andrer Ad- 
verbia" sich des Praeteriti {^y nagfd^i^i&a) bedient, ist von keinem Belang, da 
sich nicht erweisen lässt ob er an dieser Stelle die Syntax im Sinne hatte. 
Auch ist auf den Gebrauch eines einzelnen Praeteriti wenig zu geben, wenn man 
erwägt dass er in ein und derselben Schrift auf die Syntax sowohl mit dem 
Praesens (p. 532, 32), als mit dem Futur (p. 542, 12. 530, 29. 535, 25) und ein- 
mal sogar mit dem Perfektum (p. 532, 6) hinweist. Die Frage wird demnach 
wol zu denen gehören, die voraussichtlich niemals zur endgültigen Entscheidung 
gelangen werden. 

•) S. die Einleitungen zu Anh. H und VI. 

•) Vgl. Gonj. p, 479: fj nQoxaJHkeyfiivfi avvra^ig rovs tfvi'f/fff«^©!/ 

ij^lv iv ja7g c ](oki»cÜg avyyvfivaciaig cvytovrag ovx fnit&6 &c. 



XIV 

daher die häufigen Expectorationen, persönliche AusföUe, Ab- 
schweifungen jeglicher Art, namentlich polemischer, zuweilen auch 
apologetischer Natur, und weitläuftige kritische Besprechung beson- 
ders homerischer Schriftstellen. Dasselbe gilt in seinem vollen Um- 
fange auch für den erhaltenen Theil des vierten Buches der von 
den Praepositionen handelt. Die drei anderen Schriften sind dagegen 
vorwiegend lexikalisch, indem sie sich mehr darauf beschränken in 
trockener, recapitulirender Weise früher gewonnene Resultate mit 
Hinzufügung gedrängter theoretischer Begründung an einander zu 
reihen, und selbst längere Deduktionen in denselben der in der 
Syntax herrschenden gemüthlichen Lebendigkeit entbehren. Genau 
in derselben Manier ist der in Rede stehende Schlusspassus ge- 
schrieben, so dass er sich nicht nur der Materie nach, sondern auch 
in der Behandlungsweise kaum von den unmittelbar vorhergehenden 
Partien der Schrift über die Adverbien unterscheidet. 

In Erwägung aller dieser Indicien kann ich mich nicht ent- 
schliessen, dasjenige was in der Bekkerschen Ausgabe von p. 614, 
26 bis zum Schluss des Buches steht als einen zufallig losgerissenen 
Theil der Syntax anzuerkennen, sondern vermuthe dass die ganze 
Partie irgend einer andern der zahlreichen Schriften des ApoUonius, 
etwa den 4 Büchern negl fASQifffiov rcop rov Xoyov fAsgcSv entnom- 
men ist, zu welchen sich die Abhandlung nsQl smQQfifAdTcov ver- 
hält wie die Monographie eines einzelnen Redetheiles zu einem 
alle Redetheile umfassenden Gesammtwerke (vgl. unten Note 8). 
Wie der Passus dorthin gekommen oder warum er stehen geblieben, 
bleibt freilich ein Räthsel. Vielleicht liess sich jemand zu einer 
Zeit wo die Schriften des ApoUonius noch sämtlich vorhanden 
waren, durch die Aehnlichkeit beider Partien bestimmen, seinem 
Handexemplar jenen Passus zur Vergleichung oder gegenseitigen 
Ergänzung hinzuzufügen ''. Wie dem auch sei, so hielt ich es doch 

') Wenn nicht alles trügt, wiederholen sich ähnliche Vorgänge öfters in der- 
selben Handschrift. In der an letzter Stelle im Codex stehenden Schrift de Pro- 
nominibus wird p. 88 G sq. von der Unmöglichkeit einer Nominativbildung bei den 
zusammengesetzten Reflexivformen gehandelt. Obwohl die Darstellung, wie eine 
Vergleichung mit der Syntax ergibt, als eine im Sinne des Ap. völlig erschöpfende 
bezeichnet werden muss, wird der Gegenstand p. 144 B doch noch einmal zur 
Sprache gebracht, und zwar in einer Weise als ob davon noch gar nicht die 
Rede gewesen wäre. Es ist dies um so auffallender, als auch die Beweisführung 
fast dieselbe ist und neue Argumente gar nicht vorgebracht werden. Eine kurze 
Vergleichung soll dies anschaulich machen. 

p. 88 G beginnt die Beweisführung damit dass behauptet wird, der Nominativ 
des Reflexivs sei weder von Schriftstellern gebraucht worden (ausser etwa ein- 



XV 

für zweckmäßig den betreffenden Abschnitt, zumal der Text an 
vielen Stellen sehr fehlerhaft ist, in einer Uebersetzung (An- 
hang Y) folgen zu lassen, da er in Verbindung mit den einlei- 
tenden Capiteln derselben Abhandlung (Anhang I) für den Verlust 
des die Adverbia behandelnden Theiles des 4. Buches immerhin 
einigen Ersatz bietet. 

mal vno xat/uixifs addag), noch üherhaupt sprachlich denkbar; mit denselben 
Sätzen beginnt die Darstellung auf p. 144. Darauf wird in der ersten Stelle der 
Unterschied der transitiven und reflexiven Thätigkeit entwickelt und an Beispielen 
erläutert; ebenso p. 144 C, mit Wiederholung derselben oder ganz gleicher Bei- 
spiele, p. 89 wird nachgewiesen dass i/uavrog sowohl im ersten wie im zweiten 
Theile des Wortes deklinationsunfähig sein würde (vgl. Synt. p. 177); ebenso 
p. 146 C, und genau mit denselben Gründen, p. 90 wird die Verschiedenartigkeit 
der in den Reflexiven und dem Worte diXiiX(oy stattfindenden Zusammensetzung 
erläutert, ebenso p. 146. 147, und in beiden Stellen mit diesem Argument die 
Beweisführung geschlossen. 

Ist nun ein solches Verfahren schon an sich unerklärlich, so erscheint der 
Ort an welchem der Gegenstand zum zweitenmale zur Sprache gebracht wird, 
noch befremdlicher. Bekanntlich zerfällt die Abhandlung in zwei Theile, einen 
allgemeinen und einen speziellen. Der spezielle beginnt p. 61 C (l^^g int tag 
xttT« fJiiQog /(OQtjrioy) und ist so geordnet, dass zunächst die persönlichen 
und deik tischen Fürwörter einzeln mit ihren sämtlichen Dialeklformen 
durchgenommen werden und zwar streng nach der Reihefolge der Personen, 
Casus und Numeri; also 1) Nom. Sing.: ly(6 (61), av (65), * (69) und daran sich 
anschliessend o?, o<f«, olrog, luftvog, o dftva^ avro'g {71 — 81); — 2) Gen. sing.: i/uov 
(81) und daran anknüpfend die zusammengesetzten Reflexiva i/uavTov &c^ 
(85 — 94), tfo£f (95), ov (96) und daran sich anschliessend lavrov (99—103) ; — 
3) Dat. sing.: *>oi (lOa), ooi (104), ol (105); — 4) Acc. sing.: if4i (106), ffi (106),' 
1(107); — 5) die Dualforraen i'w», <y(fw*, C(f(3t &c., auch tovreDy twcT« (109 — 118); — 
6) die Pluralformen, und zwar a. Nominativ (118), b. Genitiv (120), c. Dativ (123), 
d. Akkusativ (126— 128). Darauf folgt die Betrachtung über die Possessiva, 
zunächst einige allgemeine Bemerkungen über Ableitung, Umwandlung in den 
Genitiv des Personale, die doppelte Person des Besitzers und Besitzgegenstandes 
und andere aus der Syntax uns bekannt gewordene Gegenstände; sodann die 
einzelnen Formen mit ihren Dialektverschiedenheiten, gleichfalls nach der strengen 
Reihefolge: ifdog^ öog^ og (134 sq.), daran anknüpfend Bemerkungen Ober den 
Gleichklang der Genitive ifiov &c. mit den Genitiven des Personale, die zenodoti- 
schen Lesarten (vgl. Synt. p. 164, 4 sq.) und den Gleichklang des Possessivs der 
3. Person singularis mit dem Artic. postpositivus; dann die Dualform c^itaingog 
(141), endlich die Pluralformen ffjihiqog, v/uirtgog, ffqirsQog, ccfog &c. (142 — 144 B, 
2). Mit dieser Zeile schliesst die Betrachtung über die Possessiva und unmittelbar 
darauf folgt jene zweite Betrachtung über die Existenzlosigkeit des Nominativs der 
Reflexiva mit den dürren Worten: r^g i/uavrov ovre qijt^ ij (vS-ilcc otfre avarar^, 
also, wie man sieht, ohne jegliche weder innere noch äussere Veranlassung. 

Da hienach wol anzunehmen ist dass nur 6ine der beiden Betrachtungen 
über i/uavTog die echte, d. h. die zur vorliegenden Schrift gehörige sein 
kann, so fragt sich nur noch, welche von beiden als solche zu betrachten ist. 
Dass es die erste gewesen sein muss, dafür spricht nicht nur der Umstand dass 
sie genau an der Stelle steht wo sie nach der Disposition des ganzen Werkes 



XVI 

8. Die Reihefolge in welcher die erhaltenen Schriften des 
ApoUonius geschrieben sind zu bestimmen, dazu bedarf es einer 
umfangreichen Untersuchung, welche ich, da sie zum Verständnis 
des vorliegenden Buches doch nur von untergeordneter Bedeutung 
sein würde, an diesem Orte unterlasse. Eür jetzt mag folgendes 
genügen. Dass die Syntax, obwohl sie im codex Par. A die erste 



stehen m u s s , sondern auch del* innere Grund dass die Beweisführung klarer, 
vollständiger und der in der Syntax gegebenen conformer ist als die zweite, welche 
ohnehin im einzelnen von mancherlei Fehlern entstellt ist. Sonach erscheint 
jene zweite Betrachtung als ein hors d'oeuvre und ist allem Anschein nach ent- 
weder einer früheren Recension der Spezi alschrift über die Pronomina, oder der 
allgemeinen Schrift n&gt /nfQKi/nov rdSy tov loyou fjnqiav entnommen. Auf diese 
Weise erklärt sich auch am natürlichsten der seltsame Widerspruch, dass Apol- 
lonius in der ersten Betrachtung die Metöken, in welchen sich das einmal mit 
komischer Licenz gebrauchte ifjtavTog findet, dem Pia ton, in der zweiten dem 
Pherekrates zuschreibt. Meineke (fr. Com. I. p. 175) weist nach" dass die 
Metöken dem Piaton zugeschrieben werden müssen (cf. II. p. 643. Polluc. X, 24. 
Suid. s. V.), mithin die Erwähnung des Pherekrates auf einen Gedächtnisfehler 
des ApoUonius zurückzuführen sei. Da nun ApoUonius, wie aus Synt. p. 181, 10 
erhellt, in der Folge seinen Fehler erkannte, so ist es ganz natürlich dass er in 
der wahrscheinlich noch später veranstalteten zweiten Ausgabe der Schrift 
de Pronominibus (vgl. Abschn. 8) den Fehler verbesserte, wogegen er in dem der 
älteren Ausgabe oder einer anderen Schrift angehörenden Anhange selbstverständ- 
lich stehen geblieben ist. Vgl. zu allem obigen noch die Note zu Anhang VIII, 2. 

Endlich kommt noch ein mehr äusserlicher Grund hinzu. Die Schrift de 
Pronominibus zerfallt nach der einzigen Handschrift die sie uns überliefert hat in 
4 einzelne kleinere Bücher oder Abschnitte, die Bekker zwar im Text nicht bei- 
behalten, aber in den Noten bezeichnet hat. Der erste Abschnitt geht, von An- 
fang bis p. 43 A, der zweite von dort bis 76 C, der dritte von dort bis 109 B, 
der vierte von dort bis zum (unvollständigen) Schluss 148 A. Wenn nun auch 
diese Eintheilung, da sie wenig innere Berechtigung hat, späteren Ursprungs sein 
mag, so ist sie doch gewiss älter als unsere älteste Handschrift und lässt deutlich 
erkennen, dass die ganze Schrift hiedurch in 4 äusserlich ziemlich gleich grosse 
Abschnitte getheilt werden sollte. Wie weit der vierte Theil gegangen, lässt 
sich allerdings nicht mehr berechnen, wenn die Schrift, wie es äusserlich den 
Anschein hat, unvollständig auf uns gekommen ist. Ist aber die ganze letzte 
Betrachtung über ifxavros (und vermuthlich auch die letzten verstümmelten 
Sätze über das epitagmatische avrog, die ebenso wenig hieher gehören) als gar 
nicht zu der Schrift gehörig anzusehen, so endigte das von ApoUonius um- 
gearbeitete Buch de Pronominibus mit den Worten ayayxaitoe ta^vvijo auf S. 144. 
Das vierte Buch oder der vierte Abschnitt der vorliegenden Schrift ging also 
nach den Intentionen desjenigen der die Bezeichnungen einführte von p. 109 B 
bis 144 B, umfasste mithin den Raum von 35 Seiten des Bekkerschen Textes, 
oder im ganzen ebenso viel als die übrigen Abschnitte. Alles nachfolgende aber 
ist als der früheren Rezension oder einer andern Schrift angehörig auszuscheiden. 

Ausser dieser gibt es noch einige andere solcher anscheinend zu verschie- 
denen Rezensionen gehöriger Doppelstellen in genannter Schrift, deren Nachweis 
ich mir für eine spätere Gelegenheit vorbehalte. 



XVII 

stelle einnimmt, doch später geschrieben oder edirt ist als die 
beiden nachfolgenden Bücher de Conj. und de Adv., scheint un- 
zweifelhaft. Denn wenn auch, wie oben bemerkt, auf den Gebrauch 
eines einzelnen Futurs oder Praeteriti bei Citationen nicht allzuviel 
zu geben ist, so dürfte doch der Umstand ins Gewicht fallen dass 
Apollonius in der Syntax, so oft er auf die beiden genannten Ab- 
handlungen verweist, sich jedesmal des Praeteriti, in den beiden 
andern Abhandlungen aber, wenn er auf die Syntax Bezug nimmt, 
überwiegend des Futuri sich bedient (s. oben Not. 4 und vgl. 
de Conj. p. 512, 16). Am unsichersten ist die Zeitbestimmung der 
Abhandlung de Pronomine , weil Apollonius weder in der Syntax 
auf das Buch de Pronom., noch im letzteren auf die Syntax aus- 
drücklich verwiesen hat, obwohl reichliche Veranlassung dazu vor- 
handen war. Denn in beiden Schriften sind, wie eine Vergleichung 
der in den Noten zum 2. Buche der Syntax bemerkbar gemachten 
Stellen ergibt, oft ganze Seiten lang dieselben Gegenstände fast in 
derselben Weise, derselben Reihefolge und mit denselben Bei- 
spielen behandelt worden. Aber gerade diese auffallende Aehnlich- 
keit vieler Abschnitte ist es welche die Entscheidung, ob Apol- 
lonius in der Syntax die Spezialschrift oder in der Spezialschrift 
die Syntax vor Augen gehabt habe, bei dem gänzlichen Fehlen aller 
äusserlichen Handhaben in hohem Maße erschwert. Nur zwei 
Stellen in der Schrift de Pron. sind von der Art, dass ihre Ab- 
hängigkeit von der in der Syntax gegebenen Darstellung kaum in 
Abrede zu stellen sein dürfte. Die erste Stelle ist p. 45 B, wo er 
von der Ursache spricht , dass die Nominative der Personalprono- 
mina der Inklination unfähig seien. Schwerlich hat Apollonius über 
den Gegenstand anderwärts in so ausführlicher Breite gehandelt, als 
er es in der Syntax p. 119, 16 sq. gethan hat, daher er mit den 
Worten vn€Q ov ivrsXSdTSQov siQfjTaif iv roXg ngodteilsy/Ai' 
voiq (45 B) m. E. nur diese Stelle der Syntax im Sinne gehabt haben 
kann. Die andere Stelle ist p. 70 B, wo er die irrige Meinung 
derjenigen bekämpft welche behaupteten, dass orthotonirte Formen 
des einfachen Personalpron. der 3. Person (^, ol &c.) allemal die 
Umwandlung in die zusammengesetzte (Reflexiv-) Form verlangten. 
Keinen Gegenstand aber hat Apollonius mit solcher Vorliebe, Gründ- 
lichkeit und Praecision behandelt als gerade diesen in der Syntax 
(s. bes. p. 137, 10 sqq., 143, 7 sqq. und für die Possessiva der 
3. Pers. p. 152, 20 sqq.), so dass er mit Fug und Recht in der resu- 
mirenden Spezialschrift auf die theoretischen Auseinandersetzungen 

Buttmann, Apollonius Dysk. 



XVIII 

in der Syntax sich berufen konnte mit den Worten: siys ivtsXdiq 
vnhq TOVTOV nffOslQf^vai. Aber ausser diesen beiden Stellen sind 
es erhebliche innere Gründe welche zu der Annahme berechtigen, 
dass die Abhandlung über die Fürwörter in der Gestalt wenigstens, 
wie sie jetzt vorliegt, später geschrieben oder herausgegeben 
ist als die Syntax. Die ganze Behandlungsweise des Stoffes in 
jenem Buche ist diejenige eines Mannes , der über den Gegenstand 
mit sich vollkommen im reinen ist, der seine XJntersuchimgen ab- 
geschlossen hat und die Resultate derselben in einer bündigen 
Darstellung nochmals zusammenfasst, während das zweite Buch der 
Syntax den Stoff erst gleichsam von allen Seiten herbeischafft, um 
ihn der wissenschaftliche!! Behandlung zu unterwerfen. Daher ist 
auch die Anordnung in der Spezialschrift klarer und übersichtlicher 
als in der Syntax. Was aber am meisten für die spätere Abfassung 
spri^cht ist, dass mehrmals die in der Abhandlung verfochtenen An- 
sichten einen unläugbaren Fortschritt gegen die in der Syntax 
enthaltenen bekunden, wie es namentlich in der ganzen Behand- 
lung des Reflexivs und in der Betrachtung über den Vokativ der 
pron. possessiva der Fall ist. S. die Noten zu p. 149, 18. 221, 20 und 
vgl. die Noten zu p. 183,5. 169, 16 mit dem Zusatz (z.E. des Buches). 
Gegen die Annahme scheinen allerdings die Hinweisungen auf das 
Buch de Pron., welche sich in den Abhandlungen de Conj. und 
Adv. finden, zu sprechen (s. p. 491, 12. 552, 3. 557, 29. 612, 18). 
Aber abgesehen davon dass derlei Citate leicht von andern oder 
auch noch von ApoUonius selbst später hinzugefügt sein können, 
ist es wol mehr als wahrscheinlich dass er vor einer Schrift über 
die Conjunktionen und Adverbia irgendwo über die Pronomina wird 
gehandelt haben, worauf jene Citate ebenso gut sich anwenden 
lassen^. Auch ist es ja sehr leicht möglich, dass ApoUonius seine 
Spezialschrift über die Pronomina, nachdem er das zweite Buch 
der Syntax ausgearbeitet hatte, einer nochmaligen Revision unter- 
warf und eine neue Ausgabe, als welche wir die erhaltene 
Schrift wahrscheinlich anzusehen haben, veranstaltete. Vgl. über 

*) Erwägt man dass in dem sonst so reichhaltigen Verzeichnis der einzehien 
Schriften des ApoUonius bei Suidas (s. Abschn. 18) weder der Abhandlung tisqI 
äviwwfjiias, noch der beiden andern nsql cvydiff/utoif und nsgi iTnqqnfxarmv irgend 
eine Erwähnung geschieht, und es doch kaum glaublich ist dass Suidas von diesen 
oft citirten echten Büchern des ApoUonius keine Kenntnis gehabt haben sollte, so 
gewinnt die Annahme an großer Wahrscheinlichkeit, dass alle 3 Abhandlungen, we- 
nigstens ursprünglich, nurTheile des großen und alle Redetheile umfassenden 
Werkes ntQl fiB^iCfiov rdSy jov loyov /nsQiSy (vgl. oben S. XIV) gewesen sind. Da 



XIX 

die d8vr€(}a& (pQOptidsg des Apollonius: Synt. p. 231, 15 sq. und 
die Noten zu p. 8,22. 169, 16. 

9. Sylburg hat seine Ausgabe des Apollonius mit einem ziem- 
lich reichhaltigen und sorgfaltig gearbeiteten Register versehen. 
Da dasselbe jedoch nur wenigen zugänglich ist, auch der neuen 
Textgestaltung und dem heutigen Standpunkte der Ejritik nicht 
mehr ents^icht, so habe ich mich entschlossen zur Syntax ein 
neues griechisches Register auf Qrund des Bekkerschen Texte«, 
sowie ein Sachregister zum Inhalt der Syntax auszuarbeiten. Bei 
Abfassxmg des griechischen Registers waren Torzugsweise zwei Ge- 
sichtspunkte maßgebend, nehmlich 1) die Rücksicht auf den eigen- 
thümlichen Sprachgebrauch des Apollonius, 2) der gramma- 
tische Inhalt. Indem ich mich bemühte in diesen beiden 
Beziehungen möglichst Tollständiges zu liefern, schloss ich alles 
dasjenige aus was dem gewöhnlichen griechischen Sprach- 
gebrauch angehört oder allgemein yerständlich ist. Seltnere Aus- 
drücke sind überall berücksichtigt. Dagegen begnügte ich mich 
bei häufig vorkommenden Wörtern nur eine Anzahl Stellen zu ver- 
zeichnen, woraus die Bedeutimg derselben hinlänglich erhellt, in 
welchen Fällen die UnvollstäAdigkeit de« Artikels in der Regel 
durch ein beigefügtes „&c. oder al.^^ kenntlich gemacht worden. 
Femer glaubte ich den Werth des Registers dadurch wesentlich 
zu erhöhen, dass ich nach beiden Gesichtspunkten hin auch die 3 
andern Schriften des Apollonius heranzog und viele Stellen und 
Wörter aus ihnen aufnahm, die theils an sich bemerkenswerÜi, 
theils besonders zur Erklärung der Syntax von Bedeutung sind. 
Man findet dieselben nach den Seitenzahlen der Bekkerschen Aus- 
gaben citirl; und, soweit die betreffenden Stellen nicht ihre üeber- 
Setzung in den Anhängen gefunden haben, in Klammern ein- 
geschlossen, so dass also alle Zahlen von 479 an (mit und ohne 
Klammem) auf die beiden Bücher de Gonj. imd de Adv., und die- 
jenigen Zahlen auf welche ein römisches A, B oder G folgt, auf 
das Buch de Pronom. zu beziehen sind. Endlich habe ich unter 



in diesem Werke von den Pronorainibus offenbar vor den Gonjunktionen und Ad- 
verbien gehandelt worden war, so ist auch unter dieser Voraussetzung das in 
obigen Stellen angewandte Praeteritum völlig in der Natur der Sache b^ründet. 
Auch der Verfasser der vita Apollonii (s. Note 1) nennt nur die beiden Schriften 
TTCfi« ^vmiUfag und ns^l fieQ*a^ov t. t. L fi, als die beiden Hauptwerke des 
Apofionius, die sich zu einander verhalten haben werden wie in den heutigen 
Grammatiken die Formenlehre zur Syntax. Vgl. auch unten Note 24. 



** 



dem Artikel Homer ein Tollständiges Yerzeiclmis sämtlicher 
Ton Apollonios in allen Tier Bachern citirten und behandelten 
Homerstellen gegeben, so jedoch dass, wenn innerhalb des 
TJebersetznngs- Textes bei Gelegenheit der dort citirten Yerse be- 
reits anf Parallelstellen Terwiesen war, im Begister nnr die eine 
Stelle Terzeichnet ist. Die in der Schrift de Pronom. citirten zahl- 
reichen HomerTerse hatte ich ursprünglich in Rücksicht auf das 
der Bekkerschen Ausgabe beigefügte Yerzeichnis ausgelassen; nach- 
dem ich mich aber Ton der überaus großen üngenauigkeit desselben 
überzeugt hatte, sind auch diese dem Yerzeichnis eiuTerleibt worden'. 
10. Die drei Spezialschriften des Apollonius existiren nur in 
einer einzigen Handschrift^ dem oben genannten Cod- A oder 
2548 der pariser BibUothek (s. Abschn. 7, 1). Derselbe ist jedoch 
an Tielen Stellen lückenhaft und durch Nässe Terdorben, so dass 
an der Wiederherstellung eines Tollstandig lesbaren Textes, nament- 
lich des Ton den Conjunktionen handelnden Buches, Torderhand 
nicht zu denken ist. Ein günstigerer Stern waltete über die Syntax. 
Da sie in mehren Handschriften Torhanden, so gelanges den 
Bemühungen Sylburgs und Bekkers einen annähernd Tollständigen 
Text herzustellen. lieber die Beschaffenheit desselben Tgl. oben 
Abschn. 2. Ob der zu Yenedig im Jahre 1495 erschienenen editio 
princeps des Aldus Manutius die Yergleichung mehr er Hand- 
schriften zu gründe gelegen, bezweifelt Bekker imd fügt hinzu dass 
der Ton ihm selbst benutzte cod. Yatic. (D) eine auffallend große 
Aehnlichkeit mit der Aldina habe. Die im Jahre 1515 zu Florenz 
erschienene und Ton einem Euphrosynus Boninus, der sich artium 
& medicinae doctor nennt, besorgte Juntina ist, soweit ich beide 
Ausgaben Terglichen habe, nichts weiter als ein ziemlich fehler- 
hafter Abdruck der ed. princeps. Zu Ende des 15. Jahrhunderts 
gingen, wie uns Sylburg berichtet, zwei Gelehrte gleichzeitig, aber 
unabhängig Ton einander damit um, neue kritische Ausgaben der 
Syntax zu veranstalten: Pranciscus Portus aus Candia, Yater des 
bekannteren Aemilius Portus, und der ehemalige Bischof, Gesandte 
Maximilians II. und Privatgelehrte Andreas Dudithius in Breslau. 
Beide bedienten sich bei ihren Arbeiten neuer handschriftlicher 
Hülfsmittel und insbesondere nennt Portus (s. dessen Yorwort in 
der sylb. Ausgabe) den von ihm benutzten Codex ein „vetustum, 

•) Die Fehlerhaftigkeit des genannten Verzeichnisses kann nicht befremden, 
wenn man die Unlust bedenkt, mit der der Verfasser desselben (F. A. Wolf) an 
die etwas mühselige Arbeit gegafigen zu sehi scheint. S. die Note das. 



XXI 

multo plenius et emendatius exemplar". lieber die von Dudithius 
benutzte Handschrift sagt Sylburg dass sie fast durchweg mit der des 
Portus übereinstimme und beide wahrscheinlich auf den Codex des 
Michael Sophianus in Padua, eines Verwandten und wahrschein- 
lich auch Lehrers des Fr. Portus (s. ed. Sylb. p.. 364, 18), zurück- 
zuführen seien, dessen Bemerkungen imd Lesarten im cod. Dudi- 
thianus enthalten waren. Die Handschrift des Portus umfasste nach 
seiner eigenen Angabe 34 Seiten (von der Größe der aldinischen) 
mehr als die früheren Ausgaben, worunter offenbar der oben (Ab- 
schnitt 1) erwähnte Passus von p. 137 — 181 der bekk. Ausgabe und 
die 3 letzten Capitel des 4. Buches (p. 332 — 344) zu verstehen sind. 
Beide Gelehrte starben aber vor Ausführung ihrer beiderseitigen 
Unternehmungen. Die von ihnen gefertigten Vorarbeiten und Col- 
lationen nebst der lateinischen Uebersetzung des Portus gelangten 
in die Hände des einsichtsvollen Kritikers Frid. Sylburg, dessen 
im Jahre 1590 zu Frankfurt bei Wechel erschienene Ausgabe noch 
heute nicht nur für den Ausleger, sondern auch für den kritischen 
Herausgeber des Textes von unschätzbarem Werthe ist, da sie die 
Stelle einer Handschrift ersetzt welche an Güte und Vollständig- 
keit muthmaßlich alle übrigen, den Cod. A ausgenommen, über- 
troffen hat. Andere Handschriften als jene CoUationen scheint 
Sylburg bei seiner Ausgabe nicht benutzt zu haben, außer einem 
Heidelberger Codex, der jedoch nur die ersten 21 Capitel des 
I.Buches enthält (Bekker : Pal.). Sämtliche noch vorhandene Hand- 
schriften gehören einer verhältnismäßig jüngeren Zeit an. Die voll- 
ständigste und beste derselben, den Cod. Par. 2548 (A) setzt 
Bekker ins 1 4 te Jahrhundert;^® die zweite, Cod. Par. 2547 (Bekk. B) 
stammt aus dem 15. Jahrhundert, da sie, wie die Unterschrift be- 
zeugt, auf Geheiss des Constantin Lascaris geschrieben wurde. Ueber 
das Alter der übrigen erfahren wir nichts näheres; doch scheinen 
sie gleichfalls nicht über das 15. Jahrhundert hinauszureichen. 

11. Das Bedürfnis einer Uebersetzung der Syntax hatte man 
bereits im 16. Jahrhundert lebhaft gefühlt. Schon vor Portus gab 
es eine lateinische Uebersetzung, in deren Besitz sich noch 
Sylburg befand, deren Edition er jedoch unterliess, weil er die des 



*•) Die Handschrift ist übrigens älteren, namentlich holländischen Gelehrten 
nicht unbekannt geblieben; s. Gisb. Koen. Praef. ad Greg. Cor. p. XIX. Ins- 
besondere haben Isaac Vossius (s. Maittaire Dial. p. 545 sqq.) und der große 
Handschriftenkenner Fr. Jac. Bast (in den Noten zum Greg. Cor. ed. Schaefer) 
viele Auszüge aus den drei damals noch ungedruckten Spezialschriften geliefert. 



PortOB, und wahrscheinlich mit großem Bechte, Torzog. wenn auch 
das Ton ihm derselben gespendete Lob (qnippe caiOB dnctu Apol- 
lonius hucnsque „Diffidlis^^ deinceps stndiosis hominibna redditas 
sii facilis) etwas rhetorisch übertrieben ist. Eine ITebersetzung 
in dem Sinne wie sie die heutige Wissenschaft Teriangt ist sie je- 
doch nicht, nnd leidet ausserdem an dem Fehler, dass da wo der 
Ausdruck des Apollonius schwer und unbehülflich ist, sie in der 
Regel nur wörtlich übersetzt, mithin ebenso schwer yerständlich ist 
als das Original. Oleichwol bleibt dieselbe tou hohem Werthe, 
besonders für den Kritiker, da sie auf dem Text einer Handschrift 
basirt die heutzutage nicht mehr yorhanden ist. 

12. Bei der oben geschilderten Beschaffenheit der Handschriften 
ist es doppelt geboten, die Zeugnisse der Alten, und überhaupt 
aller deijenigen Manner, welche in früheren Zeiten die Syntax des 
Apollonius kannten imd sich eingehend mit ihr beschäftigten, sorg- 
faltig zu rathe zu ziehen. Als solche Hülfsmittel zur genaueren 
Erfassung tmd Interpretation der Syntax sind Torzugsweise drei 
ältere Schriften zu bezeichnen: 1) das 17 und 18. Buch der ars 
Orammatica des Priscianus, oder die beiden Bücher de con- 
structione; 2) die im zweiten Bande der Anecdota Bachmanni ent- 
haltene Schrift des Maximus Planudes nsQi ^wrd^sug; 3) das 
4. Buch der yi^afAfiart»^ stttayaYij des Theodorus Qaza. 

13. Was zunächst das Werk des Priscian betrifft, so enthält 
das 17. Buch, zum Theil in wortgetreuer XJebersetzimg, die beiden 
ersten dem Artikel und dem Pronomen gewidmeten Bücher des Apol- 
lonius, und vom dritten den von der xaralitiXia und äxaraX^Ua han- 
delnden Abschnitt, reicht also von Ap. Synt. I. cap. 1 bis III cap. 1 1 
einschliesslich. Das 18. Buch des Priscian entspricht seinen wesent- 
lichen Bestandtheilen nach dem dritten Buch des Apollonius vom 
12. Capitel an, wo die Lehre vom Yerbo beginnt, welche bis zum 
Schluss des Buches reicht. Um das Yerhältnis der beiden Bücher 
des Priscian zur Syntax des Apollonius deutlicher zu charakterisiren, 
mag eine kurze Yergleichung der beiden Schriften hier folgen. 

Den drei ersten die Einleitung enthaltenden Capiteln des 
ersten Buches des Apollonius entsprechen die drei ersten Capitel 
des 17. Buches des Priscian, oder §. 1 bis 26 incl. der Krehl- 
sohen Ausgabe ^^ Die Reihefolge der behandelten Gegenstände 

^*) Da diese Ausgabe zur Zeit noch die verbreitetste ist und M. Hertz in 
der seinigeu (Lips. 1855) die Paragraphen derselben beibehalten hat, so ist überall 
im Buche nach den Seitenparagraphen bei Krehl citirt worden. 



XXIU 

ist in beiden Büchern genau dieselbe; der Unterschied besteht 
nur darin, dass Priscianus statt der griechischen Wort -Bei- 
spiele lateinische Wörter substituirt und statt der Stellen aus 
griechischen Klassikern entsprechende aus römischen Schriftstellern 
auswählt. Mit Cap. 4 beginnt Apollonius seine Lehre vom Artikel 
und führt sie fort bis zum Schluss des Buches. Aeusserlich ent- 
sprechen ihr die §§. 27 — 51 bei Priscian. Da aber der Artikel, d. h. 
der praepositive, dem lateinischen Idiom fremd ist, so beschäftigt 
sich Priscian an dieser Stelle seines Buches mit solchen Fronomi- 
nalbegriffen die entweder mit dem Artikel in irgend einer Bezie- 
hung stehen (idem = o avtog^ qui = og) oder in dem die Prono- 
mina behandelnden 2. Buche der Syntax von Apollonius nicht 
behandelt wurden , weil die ältere Grammatik sie überhaupt nicht 
für Pronomina hielt, namentlich also sämtliche Interrogativa und 
dazu gehörige Correlativbegriffe (redditiva), wie quis, qualis, quan- 
tus, quot, talis, aliquis, quisquis, quicunque, und sämtliche pronomi- 
nale Adverbia: quotiens, quorsum, quousque &c. ^^ Obwohl daher 
Priscian gewissermaßen gezwungen war in dieser ganzen Partie 
auf eigenen Füssen zu stehen, so fehlt es doch nicht an Stellen, 
wo er von den im ersten Buche des Apollonius gegebenen Deduk- 
tionen den ausgiebigsten Gebrauch macht, wie man aus den Noten 
zu den betreffenden Stellen des Apollonius ersehen wird. 

Am vollständigsten sind das zweite Buch und die ersten elf 
Gapitel des dritten Buches der Apollonischen Syntax von Priscian 
benutzt und zum großen Theile wörtlich wiedergegeben. Denn da 
Apollonius zu den Pronominibus nur die Personalia (wozu auch 
avrog^ oitog^ ixslvog^ Söb gehören), die Possessiva und die Gentilia 
(^l*$dan6g^ v/jiedanog) rechnet, so war der Unterschied zwischen 
dem griechischen und lateinischen Sprachgebrauch nicht bedeutend, 
wie auch die Ursachen der äxataXXijXla und xataXl^iXia der Sätze 
(Ap.in, 1 — 11) in beiden Sprachen im ganzen dieselben sind. Dabei 
versteht es sich von selbst, dass Priscian die Partien die von der In- 
klination und Orthotonirung der Pronomina handeln, und die weit- 
läuftigen Untersuchungen über ifiav^ov und dessen Sippschaft aus- 



") S. §. b% wo er den Inhalt selber so recapitulirt: Quoniam de iis, quae 
loco articuhrum accipi possunt apud Latinos, in supradictis ostendimus et de 
generaliter infinitis vel relativis vel interrogativis nominibus, quae relationis 
causa Stoici inter artictdos ponere solebant, et de adverbiis quae vel ex eis 
nascuntur vel eorum diversas sequuntur significationes, consequens esse existimo 
de pronominum quoque constructione disserere &c. 



XXIV 

lässt, da er sie für die lateinische Syntax nicht verwerthen konnte. 
Gleichwol versäumt er nicht auch von solchen Dingen wenigstens 
referirend so weit zu handeln, als er daraus Nutzen für die latei- 
nische Syntax schöpfen zu können glaubte. Demnach entsprechen 
dem zweiten Buche des ApoUonius die §§. 52 — 143 incL, und zwar 
dergestalt dass Priscian die darin enthaltenen Gegenstände genau 
in derselben Reihefolge und, wo es irgend anging, den Apollonius 
wörtlich übersetzend, bespricht. 

Unmittelbar darauf, also von §. 144 an, beschäftigt sich Pri- 
scian mit derjenigen Partie des Apollonius, welche von den Ursachen 
der Congruenz und Incongruenz der Sätze handelt, so dass die 
§§. 144 — 208 (womit das 17. Buch schliesst) den ersten 11 Capiteln 
des dritten Buches bei Apollonius entsprechen. Der bedeutend 
größere Umfang bei Priscian erhält dadurch seine Erklärung, 
dass muthmaßlich ein großer Theil dieser Partie, nehmlich der- 
jenige der von der variatio structurae handelt (bei Prise, von 
den Worten ,illud tamen sciendum' in §. 155 an bis zu den Worten 
,adverbiorum vero quaedam sunt' in §. 172) von dem Werke des 
Apollonius verloren gegangen ist, worüber die weitere Ausführung 
in Anhang VII gegeben ist. 

Der Rest des dritten Buches des Apollonius von Cap. 12 — 32 
enthält die Lehre vomVerbo; ihm entspricht, äusserlich betrachtet, 
das ganze achtzehnte Buch des Priscian, genau genommen jedoch 
nur die §§. 40 — 156, obwohl auch diese schon vieles enthalten, was 
sich in der Syntax des Apollonius, soweit sie uns erhalten ist, nicht 
findet, zB. die weitläuftigen Untersuchungen über den Optativ mit 
äv und äga^ worüber Apollonius vielleicht erst in dem verlorenen 
Theil des vierten Buches gehandelt hatte (vgl. die Note zu Apoll. 
Synt. p. 252, 20). Die übrigen Partien aber, also der erste Theil 
von §. 1 bis 39 und die Schlussparagraphen von §. 157 — 307 sind 
mehr oder weniger Eigenthum des Priscian. Bei Apollonius findet 
sich nehmlich kein besonderer Abschnitt, welcher vom Nomen 
handelt, weil er die Lehre vom Nomen für unzertrennlich hielt von 
der Syntax der Artikel, Pronomina, Verba, Praepositionen und 
gleichsam implicite mit in dieser enthalten (vgl. unten Abschn. 17). 
In dem nicht ungerechtfertigten Streben diesem störenden und 
für eine allgemeine Syntax allerdings auffälligen Mangel abzuhelfen, 
schaltet Priscian an dieser Stelle eine Anzahl lediglich ,zur Syntax 
des Nomons' gehöriger Bemerkungen ein. Denmach beginnt er 
sein 18. Buch mit den Worten: In superiori libro de articularium 



L 



XXV 



dictionum et pronominum constructionibus tractantes neccssario 
plurima etiam de nominis et verbi constructionibus, sine quibus illa 
orationem perfectam complere nequeunt, diximus^ quippe quae ex 
maxima parte communes eis sint cum Ulis, in hoc quoque de nomi» 

nilms et verbis praecipue, quamvis et de ceteris partibus ex- ♦ 

ponemus; kann jedoch nicht umhin sogleich hinzuzufügen: ergo 
minime mireris, si eadem exempla constructionum repetantur, cum 
in plerisque consimiles sint supradictorum et dicendorum rationes. 
Dann eröflfnet er seine Betrachtungen über die nominalen Con- 
struktionen mit der Bedeutung der verschiedenen Casus, zunächst 
des Nominativs und Vokativs, zeigt wie die Nomina, obwohl sie 
dritter Person sind, in diesen Casus doch mit den ersten und 
zweiten Personen ^^ des Verbi verbunden werden können (vgl. Ap. 
p. 115, 6 sqq. 113, 25), spricht femer vom Genitiv in Abhängigkeit 
vom Nominativ, geht dann über auf den Genitivus possessivus 
(wobei er weitläuftig demonstrirt dass derselbe auch von anderen 
Casus als dem Nominativ abhängen könne), den Genit. und Ablat. 
qualitatis, den Genit. und Ablat. consequentiae, den Genit. und Abla- 
tivus comparationis, handelt sodann vom Genitiv id Abhängigkeit 
von Verbalsubstantiven (cf. Ap. p. 301, 10 sq.), von Participien 
(amans illius, cf. Ap. p. 75, 12 not.) und von Adjektiven aller Art. 
§. 23 zeigt er wie statt des possessiven Genitivs der Nomina Ad- 
jektiva in gleichem Casus eintreten können (Euandrius filius = 
Euandri f.) ; §. 24 handelt vom dativus acquisitivus (nsQiTto^i^ttxog, 
8. d. Reg.), §. 25 und folgender von den Adjektiven die mit dem 
Dativ, und von solchen die mit dem Genitiv oder dem Dativ ver- 
bunden werden, ähnlich den Verben welche die Griechen iaonaXij . 
(aequiparantia) und inavaßeßfjxoTa (subiecta vel superposita) 
nennen, beides Ausdrücke, die sich wenigstens in diesem Zusammen- 
hange bei ApoUonius nicht finden. §.27 handelt vom sogenannten 
accusativus graecus (celer pedes), §. 28 vom ablativus und dativus 
modi (acutus oculis), §. 29 und 30 wiederum vom genitivus und abla- 
tivus qualitatis, und den genitivis und ablativis consequentiae, §.31 
von den Adjektiven mit dem Ablativ (viduus, dignus), §. 32 von 
der Auflösung des ablativus comparationis mit quam, §. 33 und 
folgende von der Construktion der Participia, sofern sie die verbale 
und nominale Natur in sich vereinigen, §.37 wiederum von den 



*•) §. 4 sind vor secundis adiungere pronominis personis die Worte „primis 
et" ausgefallen. 



XXVI 

adjectivis possessivis, §. 38. 39 von solchen Verbindungen wie 
curae est, cordi homo, frugi manceps, nihili homo (o tov iMidsvi^^ 
dignus laude et reliqua^ alles bunt durch einander und ohne den 
Schutz eines vorher durchdachten, wissenschaftlich geordneten 
Planes ^*. Auf jeden Schritt empfindet man hier den Mangel der 
Leitung seines Meisters und Vorbildes ApoUonius, obwohl der 
Materie nach manches anderweitigen Schriften des ApoUonius ent- 
nommen sein mag. 

Einen ungleich höheren Werth beanspruchen jedoch die letzten 
Paragraphen des 18. Buches von 157 — 307, in welchen Priscian 
völlig unabhängig von ApoUonius zu werke geht und über deren 
Form und Inhalt unten im Anhang VIII noch besonders gehandelt 
werden wird. 

14. Das zweite von den oben genannten Büchern ist die von 
Bachmann im zweiten Bande seiner Anecdota p. 105 sqq. heraus- 
gegebene Schrift des Maximus Planudes nsql (fvvvd^sag. So- 
weit dieselbe uns erhalten ist, schUesst sie sich hinsichtlich der 
äusseren Form genau an die syntaktischen Werke des ApoUonius 
und Priscian %n, indem sie in der Einleitung (p. 105 — 126) die- 
selben Gegenstände in derselben Reihefolge behandelt wie ApoUo- 
nius und Priscian in den ersten 3 Capiteln, sodann die eigentliche 
Syntax mit der Betrachtung über die Artikel beginnt wie ApoUo- 
nius (p. 126 — 138), darauf die Syntax der Pronomina folgen lässt, 
wie die beiden andern Grammatiker (p. 138 — 158), woran zu- 
letzt noch zwei anscheinend selbständige und mit besonderen 
Ueberschriften versehene Abschnitte sich anschUessen, von deren 
Beschaffenheit noch weiter unten die Rede sein wird. Obwohl 
Planudes als geborener Grieche alle Veranlassung hatte sich mehr 
an ApoUonius anzuschliessen, so ist seine Abhängigkeit von Priscian 
doch unverkennbar, ja er folgt seinem lateinischen Vorbilde mit 
solcher Unterwürfigkeit, dass er zuweilen ganz vergisst dass er eine 
griechische Syntax, und für seine griechisch denkenden Lands- 
leute schreibt. Der Unterschied zwischen beiden besteht meist nur 
darin, dass er statt der von Priscian gegebenen lateinischen Wort- 
Beispiele wieder entsprechende griechische Wörter setzt, und statt 
der von Priscian den lateinischen Autoren entnommenen Beleg- 
stellen solche aus griechischen Schriftstellern substituirt, aber 



>*) Zur Kurzweil lese man die in der Krehlschen Ausgabe bei den letzten 
Worten et reliqua unter dem Text befindliche Note. 



XXVII 



meistens unabhängig von Apollonius, oder auch sich damit 
begnügt, wo ihm keine Stellen zur Hand waren, den Platz für eine 
solche offen zu lassen (s. zB. p. 107, 27. J09, 29. 128, 2. 147, 21. 
149,27. 150, 11). Nur selten erlaubte er sich zu den von Priscian 
gegebenen Deduktionen eigene selbständige Zusätze zu machen 
(s. zB. p. 121, 28 — 124,20.^ 143,2. 159, 3—11. 160, 36 — 161,7. 
163, 17 — 25). Als gänzlich umgearbeitete, meist nicht ohne Geschick 
und Sprachkenntnis geschriebene Partien des Planudes dokumen- 
tiren sich ferner alle diejenigen Stellen, in denen er wegen der 
großen Anzahl der von Priscian gewählten lateinischen Beispiele 
und Schriftstellen unbedingt genöthigt war das griechische Idiom 
dem lateinischen des Priscian gegenüber mehr zur Geltung zu 
bringen. Es sind dies besonders p. 106, 5 — 108, 13. 108, 29—31. 
109, 1—6. 109, 21—112, 2. 144, 21—26. 150, 21 — 151, 8. Jedoch 
ist zu bemerken dass, wo Priscian selbst schon griechische Schrift- 
stellen, namentlich homerische, anführte, Planudes dieselben in der 
Begel beibehält. Was endlich die beiden bei Bachmann mit be- 
sonderen Ueberschriften versehenen fragmentartigen Abschnitte 
nsQi fASTOxcov üvvrd^scog und nsQl (fvvdiüfjtcov betrifft, so sind diese 
Ueberschriften völlig irreführend und rühren, wenn sie wirklich in 
der Handschrift stehen, schwerlich von Planudes selber her. Beide 
Abschnitte sind vielmehr wörtlich in dem noch von den Pronomi- 
nibus handelnden Buche des Priscian enthalten und schliessen sich 
fast unmittelbar an das Vorhergehende an. Während nehmlich der 
vorhergehende Abschnitt bei Planudes mit Y^dy$t avtog schliesst (was 
dem mit ,scribit idem' endigenden Passus bei Prise. XVII, 89 entspricht), 
beginnt der ttsqI fietoxcSv überschriebene Abschnitt bei Planudes mit 
den Worten al fAstoxcii xal rdv dvofidvcov xat rcov Qt^fMdriav (fvvzd^ecog 
£XovTa& (ebenso bei Prise. XYII, 93 : nam participia tam nominum quam 
verborum sibi defendunt structuram). Was bei Priscian dazwischen 
liegt (90 — 92), konnte Planudes nicht recht gebrauchen, weil der darin 
behandelte Gegenstand mehr dem lateinischen Idiom angehört ^^ 
Ebenso verhält sichs mit dem zweiten ne^l awöia^tav überschrie- 
benen Artikel, welcher wieder die richtige Fortsetzung des vorher- 
gehenden Abschnitts negl fAtroxoSv bildet, und den §§. 95 — 117 incl. 
des Priscian entspricht. Damit, also mitten in der den Prono- 
minibus gewidmeten Betrachtung, schliesst die Schrift des Planudes, 



**) Er handelt nehmlich von den Impersonalien, die Planudes in der 
Schrift TtBql yqaf^fiajMilg dt^aloyos p. 47, 18 sq. ausführlich bespricht. 



XXVUI 

die sonach entweder unvollständig auf uns gekommen, oder über- 
haupt nicht vollendet worden ist. 

Bei dieser augenscheinlichen Abhängigkeit des Planudes von 
Priscian drängt sich die Frage auf: in welchem Verhältnis steht 
denn nun die Syntax des Planudes zum griechischen Urtext selber? 
Die Antwort muss, so befremdlich es auch klingen mag, lauten: in 
so gut wie gar keinem. Planudes hat bei Abfassung seines Buches 
die Syntax des ApoUonius offenbar nicht benutzt, sei es nun 
dass er sie nicht verstand, oder dass er ihre Sprache und wissen- 
schaftliche Behandlungsweise für nicht mehr zeitgemäß erachtete, 
oder, was das wahrscheinlichste ist, weil er seinen Zeitgenossen 
nun einmal nicht die ursprüngliche, sondern die durch Pri- 
scian bearbeitete, dem gangbaren System näher liegende Syntax 
des ApoUonius überliefern wollte. Zum Erweise dieser Behauptung 
mag folgendes dienen. 

Wie oben bemerkt konnte Priscian die Partien des ersten 
Buches des ApoUonius welche ausschliesslich vom Articulus prae- 
positivus, und diejenigen des zweiten welche von der Inklination 
und Orthotonirung der Pronomina handeln, für die lateinische 
Grammatik nicht gebrauchen, und liess sie daher entweder ganz 
weg, oder entnahm ihnen nur so viel als er zur wissenschaftlichen 
Begründung seines Gegenstandes für nöthig erachtete. Nichts wäre 
nun für den Verfasser einer griechischen Syntax, der gar nicht 
einmal den Anspruch machte selbständig zu sein (vgl. p. 105, 6), 
natürlicher gewesen, als dass er diese Partien des ApoUonius 
wiederherstellte, da sie ja zur Erkenntnis des griechischen 
Idioms geradezu unentbehrlich sind, oder wenigstens so viel aus 
ApoUonius herausnahm als für das allgemeine Verständnis dieser 
Gegenstände unbedingt nöthig war. Aber nichts von alledem. Mit 
§. 27 verlässt Priscian, wie oben gezeigt, die Apollonische Syntax, 
indem er bis §. 51 diejenigen Gegenstände behandelt welche er 
statt der Apollonischen Untersuchungen über den praepositiven 
Artikel substituirt (vgl. S. XXIII). Genau ebenso Planudes. Nach- 
dem er p. 126 wie Priscian einige kurze Andeutungen über die 
eigentliche Bedeutung des Artikels gegeben und, gleichfalls wie 
Priscian, von dem eintheilenden Gebrauch desselben (o fAiv — 6 di) 
gesprochen, geht er sofort zum articulus postpositivus (Priscian 
zu qui) über und wendet sich dann, als ob es gar keinen prae- 
positiven Artikel im Griechischen gäbe oder nichts weiter von ihm 
zu sagen wäre als die wenigen einleitenden Worte, zu denselben 



XXIX 

BegriflEen wie Priscian, also zu den pronominalen (nach Ap. nomi- 
nalen) Begriffen noiog^ Ttoüog^ nijXUog^ roroc, toKwtog^ onotog, t/^, 
T*g, ocrig, octtcovv^ den Adverbien w?, nwg^ nov^ nots &c., alles 
ebenso und fast in derselben Reihefolge wie Priscian. Nicht anders 
f verfahrt Planudes in dem ncQi dvToavv^mv überschriebenen Ab- 
schnitte (p. 138). Von allen den für eine griechische Syntax 
höchst nothwendigen Vorschriften über Inklination und Orthoto- 
nirung der Personalpronomina, über den Gebrauch des Genitivs der 
Fersonalia im possessiven Sinne, über den Gebrauch der einfachen 
und zusammengesetzten Formen, über ifAov und ifiavtov^ über die 
Possessiva der 3. Person (oc) im transitiven und reflexiven Sinne 
ist bei ihm kaum eine Spur, d. h. nur eben so viel, als auch 
Priscian für gut befunden hatte referirend in sein System aufzu- 
nehmen. Also überall folgt er dem Priscian Schritt vor Schritt 
und nirgend eine Andeutung, dass er auch nur aushülfsweise von 
den Deduktionen des ApoUonius Gebrauch gemacht habe. 

Dass das Werk des Planudes auch dem Wortlaute nach nichts 
weiter ist als die reine Rückübersetzung^® der Priscianischen 
Syntax ins Griechische, bedarf eigentlich kaum noch des Beweises. 
Man kann sich sofort davon überzeugen, wenn man sich die Mühe 
geben will eine oder zwei Seiten desselben, gleich viel an welcher 
Stelle, mit Ausnahme der wenigen wo er selbständig arbeitet (s. oben 
S. XXVII) mit dem Original zu vergleichen. Zum IJeberfluss mögen 
indess einige besonders auffällige und schlagende Einzelheiten hier 
erwähnt werden. 

Priscian übersetzt das Wort nagejiofAsvov regelmäßig durch 
accidens. Dies wird ebenso regelmäßig von Planudes durch <rv(i- 
ßsßiixög wiedergegeben, ein Wort dessen sich Apollonius zwar 
gleichfalls bedient, aber bei weitem seltner. Hätte Planudes den 
Apollonius zur Seite gehabt, so war kein Grund vorhanden das 
gewiss allen griechisch denkenden und redenden hinlänglich ver- 
ständliche Wort naQ€n6f*€vop (dessen sich Planudes niemals 
bedient) nicht zu gebrauchen. — Jeder Leser des Apollonius weiss 
wie ungemein häufig dieser der Wörter xaTdkltjXog, axaTcilki^kog 
nebst ihrer Sippschaft sich bedient. Priscian wählt dafür in der 
Regel die Ausdrücke congruus, incongruus, oder inconcinnus, in- 
concinnitas &c. Für das erste setzt Planudes entweder das gleich- 



*•) S. das Verzeichnis der übrigen lateinischen Schriftsteller, die Planudes 
ins Griechische übersetzte in Pauly's Encyklop. V, 1679. 



XXX 

bedeutende axoXov^og^ dvaxoXovd'ogj oder auch die weniger zu- 
treffenden Ausdrücke cvfißalvov^ dffvfjbßazov; für das zweite das 
noch unglücklicher gewählte dc'oväqti^toq^ dtfvvaQt^tiag^''. Der den 
Grammatikern jedes Schlages sehr geläufigen Wörter xazakXfiXoc^ 
xataXlfjloT'fig &c. bedient er sich nirgend, nur ein einzigesmal dxa* 
talk^Xwg p. 149, 33. — Die sonderbare Ableitung von literae.= 
legiterae, quod legendi iter praebeant (Prise. XVII, 2) gibt Planudes 
so wieder, dass er ö'to^x^ioi' vom Worte <fi;eixstv^ o ia%iv iv vd^€& 
noQBVBiS^ai ableitet, eine Ansicht die freilich auch anderwärts 
sich findet (s. Dion. Thr. 630, 32. An. Bkk. 789, 23. Gaza IV init.), 
aber dem ApoUonius nicht zugeschrieben werden darf, der vielmehr 
in seiner Syntax verständiger Weise nur lehrt, dass die Buchstaben 
fSvo^XeXa genannt würdenf weil sie gewissermaßen die Elemente 
(%d dtoixBXa) der Rede wären. Vgl. An. Bkk. 772, 19. 790, 13. — * 
Das Wort vofii;6g in den ersten Paragraphen übersetzt Priscian 
immer durch intelligibilis, Planudes dieses wieder zurück in üfi^av- 
Ttxog^ obwohl er bei einer auch nur oberflächlichen Benutzung des 
ApoUonius dafür viel besser das mindestens ebenso verständliche 
vof^TÖg wiedergewählt haben würde. — Die Praeposition dvti nher- 
setzt Priscian häufig mit loco; dafür bedient sich Planudes regel- 
mäßig des sehr ungriechischen Ausdrucks iv x^Q^ ^^^^ ^^ ^^ X^Q^^ 
und nur da wo Priscian zufallig einen anderen Ausdruck hat, ge- 
braucht auch er die Praeposition dvvi so gut wie jeder andere 
Schriftsteller. — Wenn Priscian die von ApoUonius beispielsweise 
gewählten Nomina propria wie l^nolkcoviog^ Jhovvtstog &c. beibehält, 
so thut es auch Planudes oder setzt andere gleichartige griechische 
Namen dafür, wie IIXaTcov, GsakfjTog &c. Substituirt aber Priscian 
für den Namen l^noXleiv^og seinen eigenen: Priscianus, so ver- 
säumt es Planudes nie, dann auch seinen eigenen Namen in das 
Beispiel zu setzen: o Md^ifiog (s. 163,33. 151,32. 150,6 al.). — 
In der Stelle des ApoUonius p. 22, 5 sq., welche Priscian ver- 
stümmelt und unrichtig wiedergibt, da er das erste Glied (to naqa- 
Xafißavofisvov) entweder übersah oder, weil er es nicht verstand, 
fortliess, verfahrt Planudes ebenso, und übersetzt die Stelle mit 
allen übrigen Fehlem, obwohl ein Blick in den Urtext ihn eines 
bessern belehren konnte. — Synt. p. 12, 23 lehrt ApoUonius dass 
wegen der bevorzugten Stellung des ovofAa im grammatischen 
System es schliesslich dahin kam, dass alle Wörter auch ovofiata 



^^) So ist p. lOS, 19 statt des dort gedruckten «avvctqTnTütu zu lesen. 



XXXI 

genannt werden können: xuTsx^at^ifey ovp »ai ^ an* adxoS (sc. %qv 
ovofuxTo^) d-iifi^ To nana tct %9v koyov f^Qij ualstü^ak ovdfbata^ 
wg av adTom n^WifSiStAvoq. PriBcian (XYII, 14) deducirt ebenso, 
nur dasB er, durch das lateinische Idiom gezwungen, für den 
Begriff nomen den Begriff yerbum substituirt, unbekümmert 
darum dass das Yerbum im grammatischen System doch nur die 
zweite Stelle einnimmt: obtinuit itaque usus, ut eins, id est yerbi, 
nominatione aliae quoque partes verba vocentur. Planudes nun, 
anstatt in einer griechischen Syntax das ovofia in seine ihm 
gtebührende Stellung wieder einzusetzen, übersetzt blindlings und 
gedankenlos (p. 113, 19): in^uqät^s f^irvot cvv^d'ua^ li^ tji ovo- 
fiatfiif trovVov, tovTiüti Tov ^i^fjbavoc^ xal rd aiXa tov Xoyov fkSiQ^ 
xaXsta&ai Q^fAaral — Synt. p. 104, 24 gebraucht ApoUonius 
iuxomsiv im Sinne von ausprägen (d. h. die Geschlechter durch 
besondere Endungen; Tgl. Diod. Sic. 11, 26 vofuiffM iSSxö^B to 
«Ai^^v an* sHBivfig Jafi^Qiruov, und häufig xanwety^ xofifia das Ge- 
präge); Priscian das Wort misTerstehend, übersetzt (XVII, 65): 
genera non (ibscisa (habent) propriis terminationibus, und Planudes, 
anstatt das ursprüngliche Wort wieder zu gebrauchen, übersetzt 
den Satz zarück in: rd yipfi avx idiaiq xavaXij^eiStv Sj^viStv äno- 
vevfbijfAiva (p. 146, 5). — Synt. p. 112, 14 wirft ApoUonius sich 
selber ein: Wx^ o^v ayvoia^ oviff^g opoik&tmv tpafAsv „<ri; ^ <y|;" 
Jederman sieht dass hier mit Fleiss nur die zweiten Personen 
gewählt sind, da doch die sprechende erste Person sich selber 
kennen muss. Nichts desto weniger setzt Priscian (XVII, 70), 
durch das vorhergehende Beispiel aus Vergil verführt, statt ctf und 
ai ohne Ueberlegung die Worte: ego et tu. Und so wiederholen 
sich auch nun bei Planudes (p. 147, 24) dieselben Worte: a^^ oSx 
dyroovftiviidv twv dvoikdtmv Hyoinsv syti xai dv ; — In der Stelle 
Synt. p. 113, 19 des ApoUonius übersetzt Priscian, der älteren aber 
wahrscheinlich irrthümlichen Lesart (s. d. Note daselbst) folgend 
das Wort vovq yivofiipovg oder ysv^^^vovq durch ,qui nascuntar^; 
Planudes (p. 148, 29) dafür nicht wieder das gewöhnliche und 
natürliche yivofisiHwg, sondern dem qui nascuntur entsprechend: tovq 
T^xtOfk^vovq^K — Synt. p. 114,3 n^g ztvag o^siXofisv dvecfiegltfai 
rd ngoamna übersetzt Priscian das Wort äva^s^iaai unrichtig mit 
intendere (vgl. die Note zu d. St.) : ad alias debemus ea personas 



^^) Vgl. hiezu den Scholiasten zu Dionys. Thr. p. 905, wo beiläufig zweimal 
(lin. 21 und 23) das Particip Tsx^sig für Ux^-eig herzustellen ist. 



XXXII 



intendere; Planudes, das Wort einfach übersetzend: ngog hcQa 
ngodcona anoTsivsiv xavxa OfpeiXofASV (149,1). — Prise. XVII, 74 : 
itaque praeeipuum habuerunt accidens demonstrationem, quae pro- 
fecta per coniunetionem primae et secundae personae pervenit etiam 
ad tertiam. In dem von Planudes benutzten Exemplar muss irr- 
thümlicher Weise profecto statt profecta gestanden haben ; denmach 
lautet nun seine Uebersetzung (p. 149, 21): i^aiQSTOv (fvfAßeß^xog 
6ÜX0V %^v dst^iv (Ap. : ix tov naqenoikivov s^^ov %^v äsl^iv)^ 
^Ttg^^ ^navTdnaütv^ dtd r^c tov ngiOTOV xai ösvtSqov nqoCcinoy 
ifvvaffeiag dfpixvsHai xal nqog to tqItov, obwohl er durch den 
Augenschein bei ApoUonius sich hätte überzeugen können, dass 
Priscian durch quae profecta &c. die Worte ^ t^g üvvddsvas xavct 
Cv^vyiav &c. wiedergegeben hatte. 

Derartiger Fälle Hessen sich noch eine große Anzahl bei- 
bringen, wenn es der Mühe lohnte. Das Obige wird völlig hin- 
reichend sein um die Behauptung zu rechtfertigen: dass die Syntax 
des Planudes zwar zur Peststellung des Textes von Priscian von 
erheblicher Bedeutung ist, für den des ApoUonius jedoch nur einen 
sekundären Werth zu beanspruchen hat. 

15. Anders verhält es sich mit der dritten oben genannten 
Schrift, dem vierten Buche des Theodorus Gaza neql awra^stög 
(ed. Bas. 1529. fol. 112 sqq.). Die äussere Form dieser Syntax 
weicht von der des ApoUonius, Priscian und Planudes erheblich ab, 
indem sie aus lauter kleinen, mit besonderen Ueberschriften ver- 
sehenen Abschnitten besteht, worin Gaza in möglichst kurzer apho- 
ristischer Manier, nach Art eines Epitomators ^^, die syntaktischen 
Lehren des ApoUonius zusammenstellt, auch darin nicht unwesent- 
lich von seinen drei Vorgängern sich unterscheidend, dass er eine 
große Anzahl von grammatischen Terminologien (deren bekanntlich 
ApoUonius noch verhältnismäßig wenige hat) sei es aus eigener 
Erfindung, sei es den später gangbar gewordenen Lehrbüchern ent- 
lehnend, aufstellt und dieselben nacheinander durch Beispiele er- 
läutert. Die bedeutendste Abweichung besteht jedoch darin dass 
er nach der Einleitung die Redetheile streng in der Reihefolge, 
wie die Grammatik des Dionysius Thrax sie vorschreibt, durch- 
nimmt, also erst Nomen, dann Verbum, Particip, Artikel, Pro- 



*•) So muss statt des bei Bachmann gedruckten ^ . . . . gelesen werden. 

***) Vgl. Läse. Fol. q. 2: — xal äXXa nokka koyiojy dv^QfSVy dqi* ^v dqvtSti' 
/usyog 6 ffoffog GfodojQog xdkk^ra x«} ikkayt/LttoTccTa t6 thaqiou t^? lavrov ygce/u- 
/LtaTtxijg (Svvira^iv. cf. Fol. H, 2. 




XXXIII 

Bomen, Praep<>8ition, Adverb, Conjunktion. Dass er bei seiner 
Arbeit den Urtext des ApolloBius vor Augen gehabt und ihn viel- 
fach zu rathe gezogen hat, wird sich aus den unten folgenden 
Noten zum Text des Apollonius ergeben; jedoch verschmäht er, 
wo es seinem Zwecke besser entsprach oder die Noth ihn zwang, 
auch secundäre Hülfsmittel nicht. So ist es auf den ersten Blick 
erkennbar, dass er einen großen Theil der Einleitung, nekmlich 
von Anfang «n bis zu dem dvdi^oyov überschriebenen Abschnitt 
(fol. 112 — I16i) zum Theil w&rtlich der eben genannten Schrift 
des Pktnudes ^ntl^hnte^^ Dass er es that, mag darin seinen Grund 
haben, dase die ganze Einleitung bei ApoUonhia nur skizzenartig 
entworfen, von Planudes aber nach dem Vorgang Priscians weiter 
ausgeführt worden ist, auch die darin enthaltenen Wort-Beispiele 
sowohl als die Schriftstellen bei weitem vollständiger als bei 
Apollonius, auch im ganzen gut ausgewählt sind. Wenn sich in 
dieser Partie auch hie und da dieselben Beispiele finden wie bei 
ApolloniuB, so ist dies doch immor nur da geschehen, wo auch 
Planudes (und Priscian) dieselben beibehalten hatten. 

In den ßa^agtafädg und coieinKtfuoc überschriebenen Abschnitten 
(foL 116. 117) hat Gaza vermuthlich aus späteren Schriften geschöpft, 
da des Apollonius Syntax über beide grammatische Spezies nur kurze 
Andeutungen enthält, und erst die Grammatiker der byzantinischen 
Periode dieselben in systematischer Weise behandelt zu hab^i 
seheinen 22. Von da ab aber (fol. 118 — 121), wo er die verschiedenen 
Arten d&r dataxaXk^Xia aufzählt, hat er offenbar das Werk des 
Apollonius unmittelbar vor Augen, indem er so ziemlich alles, was 
dort von p. 195 — 213 vorgetragen wird, kurz zusammengedrängt 
uad unter besondere Ueberschriften gruppirt hat. 

Welchea Lehrbüchern er in der Betrachtung über das Nomen, 
dem Apollonius bekanntlich keinen besonderen Abschnitt gewidmet 
hatte, gefolgt ist, lässt sich bei der Knappheit seiner Darstellung»« 
weise schwer ermitteln; in der Lehre vom Verbo dagegen schliesst 
er sich wieder genau an die Urschrift an, wie aus vielen Stellen, 
auf die wir in den Noten aufmerksam machen werden, zu ersehen 



**) Auch Laskaris, obwohl er in erster Linie sich für seine Darstellungen 
stets auf Apollonius beruft, scheint doch mehr aus dieser abgeleiteten Quelle ge- 
schöpft zu haben; wenigstens citirt er ihn oft, und gewöhnlich gleich hinter djem 
Apollonius; s. Anh. VIII, 6. 

**) S. u. a. das Fragment in Ammon. ed. Valck. p. 191 sq., An. Bkk. p. 1270 sq, = 
Ghoerob. Dict. 467 Gaisf. 

Bnttmann, Apollonias Dysk. *** 



XXXIV 

ist. Vgl. auch Anh. VIII. Dass er in der Betrachtung über die 
Artikel sich mit den dürftigen, dem Priscian entlehnten Angaben 
eines Planudes begnügte, lässt erkennen wie des ApoUonius geist- 
volle Beobachtungen über diesen schwierigen Gegenstand zu jenen 
Zeiten noch kaum gewürdigt und verstanden wurden, und wie 
wenig man überhaupt über die syntaktische Bedeutung dieses 
Redetheils im klaren war, was freilich ApoUonius zum Theil mit 
verschuldet hat, da er, vielleicht der erste der über den Artikel in 
systematischem Zusammenhange schrieb, noch vielfach Wahres mit 
Falschem vermischte. Den letzten tfvvd'^xfi überschriebenen Artikel 
scheint Gaza selbst hinzugefügt zu haben. In dem Capitel über 
die Pronomina aber wendet sich Gaza entschieden von Planudes 
ab, weil in dessen Bearbeitung, wie oben bemerkt, das griechische 
Idiom unverantwortlich vernachlässigt worden war, und scheint 
wieder mehr aus dem Urtext selbst geschöpft zu haben. Ob er 
bei Abfassung der Capitel über die Praepositionen , Adverbien, 
Conjunktionen den ApoUonius unmittelbar zu gründe gelegt hat, 
lässt sich wieder nicht nachweisen, da der größte Theil des 
4. Buches der Apollonischen Syntax fehlt, und auch Priscian in 
seinen beiden Büchern de constructione über diese Redetheile nicht 
besonders gehandelt hat. Ja es ist mehr als wahrscheinlich dass 
schon Gaza das 4. Buch des ApoUonius nicht mehr vollständig vor 
sich hatte, wenn man bedenkt dass nicht nur die zu seiner Zeit 
vorhandenen Handschriften des ApoUonius, wonach die editio prin- 
ceps des Aldus Manutius gefertigt wurde, und ebenso die von 
Fr. Portus und Mich. Sophianus benutzten Codices, sondern selbst 
der des Gaza Zeit überragende codex 2548 der Pariser Bibliothek 
sämtlich das 4. Buch nicht mehr vollständig haben. Immerhin 
jedoch ist es erlaubt anzunehmen, dass Gaza auch in diesen Ca- 
piteln dem Inhalte nach die Lehre des ApoUonius wiedergegeben 
hat, da, wie gesagt, dessen Syntax die Grundlage aller späteren 
syntaktischen Lehrbücher, woraus Gaza schöpfte (vgl. oben 
Anm. 20), bildet. 

In welchem Ansehen übrigens Gaza's Grammatik stand, er- 
sehen wir aus dem Zeugnis des Laskaris zu Ende des 3. Buches 
seiner Grammatik (Fol. H, 2), wo er ihn unmittelbar nach Manuel 
Chrysoloras, dem Wiederhersteller hellenischer Kunst und Wissen- 
schaft in Italien, als den ^ndvT^ ägiatov' bezeichnet, den er unter 
den neueren Grammatikern bei Abfassung seines Werkes be- 
nutzt habe. 



XXXV 

16. Ausser diesen drei Schriften könnten noch viele andere 
Grammatiker und Schriftsteller aufgeführt werden, die, sofern sie 
syntaktische Gegenstände behandelten, aus ApoUonius seis mittel- 
bar oder unmittelbar geschöpft haben. So vornehmlich Choero- 
boscus (Dictata in Theodosii canones ed. Gaisford, Oxf. 1842), 
Theodosius Alexandrinus (Granmiatica ed. Goettling, 1822), 
Macrobius (de Differentia Yerborum ed. Bip.), Constantinus 
Lascaris (de octo orationis partibus, Ven. 1533). Da dieselben aber 
nicht systematisch, d. h. der Syntax des ApoUonius im Zusammen- 
hange folgend wie jene drei, sondern nur wenn es der Gegenstand 
erforderte, auf ApoUonius zurückgingen, so wird auf dieselben nur 
in den Noten, wo die Gelegenheit sich darbietet, verwiesen werden. 

17. Was den Plan und die ganze innere Oekonomie der 
ApoUonianischen Syntax betriflft, so hat hierüber eingehend gehan- 
delt Ludwig Lange in seiner vorzüglichen Abhandlung: das 
System der Syntax des ApoUonios Dyskolos, Göttingen 1852. Da 
die Schrift nicht jedem Leser zugänglich sein dürfte, so wird eine 
kurze Becapitulation des Inhalts derselben hier am Platze sein. 

„Grundtheile des Satzes sind nach ApoUonius Nomen und 
Verbum; auf dieselben werden sämtliche übrige Redetheile bezogen 
(avaVovra*), und erhalten eben durch diese Beziehung ihre syntak- 
tische Bedeutimg. Da nun das Particip derselben syntaktischen 
Verbindungen fä,hig ist wie das Verbum, mithin keiner besonderen 
Behandlung bedarf, so bleiben noch fünf Redetheile für die geson- 
derte Behandlungsweise übrig, welche nach der üblichen Reihefolge 
sind: Artikel, Pronomen, Praeposition , Adverbium, Conjunktion. 
Vom Artikel handelt das erste, vom Pronomen das zweite, von den 
übrigen drei das vierte Buch. Das dazwischen liegende dritte Buch 
zerfallt in zwei IJnterabtheilungen, deren erste mit den Ursachen 
der xatallf^liia und äxataXXi^Xlcc der Sätze, die zweite mit der 
reinen Syntax des Verbi sich beschäftigt. Von den beiden dem 
dritten Buch vorangehenden Redetheilen lehnt sich der Artikel an 
das Nomen allein, das Pronomen an beide Haupttheile zugleich an ; 
von den drei dem dritten Buche nachfolgenden umgekehrt die 
Praeposition an beide Haupttheile zugleich, das Adverbium an das 
Verbum aUein; während an den Schluss derjenige Redetheil gestellt 
wisd, der die so constituirten einfachen Sätze verbindet und zu 
einem größeren Ganzen vereinigt." 

Von den beiden Haupttheilen ist also nur dem Verbum (mit 
dem Particip, s. Synt. p. 301, 20) eine gesonderte Behandlung zu 



XXXVI 

theil geworden, während das Nomen einer solchen entbehrt. Wenn 
nun auch vom Nomen bei Gelegenheit aller übrigen Eedetheüe 
mehr oder weniger die Bede ist, «o bleibt es doch auffallend, dass 
diesem so bedeutenden, nach der aristarchischen Grammatik ersten, 
Redetheü kein besonderer Abschnitt gewidmet ist, während doch 
dem Verbo ein solcher eingeräumt worden, auch schwer zu be- 
greifen ist, warum von den Accidentien der Nomina in einer Syntax 
nicht ebenso gut gehandelt werden müsste als von denen des 
Verbi. Da aber auch die Syntax des Verbi keineswegs er- 
schöpfend dargestellt worden ist ^*, so hat ApoUonius aller Wahr- 
scheinlichkeit nach bei Abfassung seiner Syntax auf seine beiden 
anderen Hauptschriften, das von Choerobosfcus so oft erwähnte 
^PfjfAarixov ^^^ so wie auf das von Suidas aufgeführte ^OvofjbaTi- 
xov^^ Rucksicht genommen und ihre Kenntnis vorausgesetzt. Denn 
dass er in seinem ""Ovofiaxiicov die ididfiaxa und nagsnofisva des 
Nomons ausführlich wird besprochen haben, folgt nicht nur aus der 
Natur der Sache und der Art wie Priscian, Gaza und Laskaris 
diesen Theil der Syntax, ohne Nennung seines Namens bearbeitet 
haben, sondern auch aus Stellen wo dies ausdrücklich geschieht, 
zB. Choerob. Dict. p- 7, 10. 105, 1 al. 

18. Zum Schluss möge der Artikel bei Suidas, da auf den- 
selben sowohl im Vorhergehenden als auch in dem unten folgenden 



")Von diesem sind genau genommen nur die Rektionsverhältnisse, die Dia- 
tfaesen und die Modi einer eignen Untersuchung unterworfen worden, und auch 
die letzteren nur in so weit als die in der Grammatik ihnen gleichsam offiziell 
beigelegten Benennungen einer Rechtfertigung und Begründung bedurften (vgl. 
die Note zu p. 252, 20). Üeber die vielfachen anderen Modalbeziehungen, wie 
die allgemeinen Relativsätze mit äy, den Optativ und Indikativ mit äy, femer 
die verschiedenen Participialconstruktionen, den Gebrauch der Tempora, die viel- 
fachen Zusammensetzungen und Ableitungen (errfi; und tf/ij^ar«) der Verba ist 
so gut wie gar nicht, oder nur ganz beiläufig und gelegentlich die Rede. 

**) Dasselbe zerfiel nach Suidas in fünf Bücher, wonach zu vermuthen dass 
diese 5 Bücher den 5 Modis entsprachen und jedem Modus ein Buch zugetheilt 
war. Da nun Apollonius in seinen Schriften mehrfach auf besondere Abhand- 
lungen über die einzelnen Modi verweist (s. die Nach Weisungen in der Note zu 
p. 246, 5), so dürfte die Annahme sich wohl rechtfertigen lassen, dass er dabei 
die einzelnen Bücher des ^Ptifjitttixov im Sinne gehabt hat, ebenso wie nach den 
obigen Ausführungen (s. Abschn. 8 Not. 8) die drei Spezialschriften über die 
Pronomina, Adverbia und Gonjunktionen ursprünglich Theile des generellen 
Buches über die Redetheile gebildet hatten. VgL auch die Note zu p. 624, 8 
(Anh. V). 

"•)Dass in dem betreffenden Artikel bei Suidas (s. Abschn. 18) tt*^« dvo/xariav 
statt TTc^i ^*if4&€fav gelesen werden muss, lehrt der unmittelbare Zusammenhang. 



XXXVII 

Commentar häufig verwiesen werden musste, hier vollständig aus- 
geschrieben stehen. 

Suid. p. 625 Bernh.: "Anokltivtog ^AXe^avdQevg^ 6 xlt^- 
'^€&g JvüxolLogj nax^g ^BgmäiavaS^ tov %B%voYQoiipov yQafAfjuictixavj og 
sy^taipe tdös' neql fA€Qi(ffAOv t(Sv xov Xdyov fASQfSv^ ßtßlia TitfiSaga* 
ubqI (fvwd^eong %OiV vov loyov (*€Q(Svj Ti<f<fa(ßa' negi ^ijfiavog, ijtoi 
*Pfl(AüLTi9t6v^ SV ßißXioig nivzs' negi t<Sv sig Jü X^yovTOnv ^i^^drtav 
nagaycoY^^ ß^ßi'iov Iv* negl Q^fMCToav (leg. ovofjkdvwv)^ ^TOt ^Ovo- 
fiattxov^ ^v neql övofAdvmy uatd didXsinov' negi v^g iv y^ijXvxotg 
dvofMzCiV Bvd-siag^ iv nsQl nagwvvfjuav^ iv nsgl Cvyxqitixmv^ xai 
TTSQi diaXix%iüV^ JwQidog, ^Idd^g^ AioUdog^ l^r&idog ' nsql axii(*dT(av 
'OfiijQixcSv negl xat€ip€v(ffASv^g i(fTOQ£ag' negi naS-tSv negi tovcov 
xazijvaYxaa^ivtaVy ß&ßJiia dvo' nsQ$ tovchv {fxoXuSv^ ßtßllov iv nsgl 
TtQOtftodtwv^ nivxB' ncQl ifzo^xBiav nB^i ngoS'i4fBwv nsgi twv //f*- 
dvfiov ni9av(Sv nsgl (fvvS^itfBUtg' nsgi ditfOQOVfiivcov nsgl tov %ig' 
tibqI yBvmv nsgl nvBVfJuitwv ttbqi xtf^txdSv tvbqI Cvl^vyiag, 

Potsdam, im September 1877. 



üebersicht, 
I. Buch. 

§. 1 — 3. Einleitung. 

§. 1 Allgemeine Bemerkungen. §. 2 Die Affektionen {ndd'^): Ver- 
doppelung, Pleonasmus, Ellipse, Apokope, Soloecismus, Protaxis und 
Hypotaxis, Trennung, Zusammenziehung, Versetzung. §. 3 Selbständig 
und unselbständig gebrauchte W^ortarten. Ordnung der Rede- 
theile (Nomen, Verbum, Partieip, Artikel, Pronomen, Praeposition, 
Adverb, Gonjunktion). Nominale und adverbiale Interrogativa (s. 
p. 72, 24 Not.). 

§. 4—47. Die Artikel. 

§. 4—42 Articulus praepositivus: §. 4bei den Namen der Redetheile. 
§. 5 dient nicht zur Unterscheidung des Geschlechts ; §. 6 sondern ist 
anaphorisch, auch zuweüen proleptisch. 

a. Wortarten mit Artikel (§. 7—14). 

§. 7. Artikel bei ßuchstabenbezeichnungen. §. 8. 9 bei Infinitiven. §.10 
beim partitiven Genitiv. (Nutzen der grammatischen Einsicht.) §.11 
bei äXXog. §. 12. 13 beim Dativ in der Briefformel. §.14 Schluss- 
bemerkungen (s. d. Note). 

b. V\rortarten ohne Artikel (§. 15—30). 

§.15 äXX^X(av. §.16 d(A(p6T6Q0t, §.17—21 Vokativ. Das cü beim Vo- 
kativ ist nicht Artikel, sondern Adverb. Akoluthische Flexion der 
Artikel (p. 47, 13 sqq.). §. 22 Interrogativa. §. 23—25 onotog^ 
6n6(fog &c. §. 26 Titel- oder Inhaltsangaben. §. 27—30 Pronomina. 
§.27 Artikel nicht gesetzt bei den (persönlichen und deiktischen) Pro- 
nominibus. §. 28 Ausnahmen (o aviog^ tov ifis^ %dv <st). §. 29 in- 
wiefern bei Possessiven. §. 30 Schlussbetrachtung über iiAov-, (die 
Unterscheidung zwischen ävTwvvfiiai ädvvaQd-QOi und tfvvaQd'QOi 
ist unhaltbar, s. die Note zu p. 62, 1). 

c. Syntaktischer Gebrauch des Artikels bei verschiedenen 

V\rortarten (§.31—42). 

§.31. Artikel wann gesetzt und wann nicht: bei Nominibus. §.32 bei 
Appositionsbestimmungen und sonstigen Epitheten. §. 33—36 bei 



XXXIX 

Zutritt des Particips. [Imperat. futuri p. 71, 2.] §.37.38 in Inter- 
rogativsätzen. §. 39. 40 bei Possessivbestimmungen, vor Adjektiven 
und vorm Genitiv. §. 41. 42 der Nominativ o vor casibus obiiquis. 
Zusammenkunft von zwei und mehren Artikeln (bei Einschaltungen &c.). 

§.43 — 47 Articulus postpositivus. §. 43 Der Art. postpos. erfordert 
ein neues Verbum. §. 44. 45 richtet sich im Casus nicht nach dem 
vorhergehenden Substantiv. §. 46 2 460. Alcäus. §. 47 og fiiv — 
Sg di (a, 24. Arat. Phaen. 24). 

IL Buch. 

Pronomina. 

a. Persönliche un4 deiktische Pronomina (§. 1 — 20). 

§. 1 Doppelte Flexion der Pron. §.2 Absolute und gegenüberstellende 
Hinweisung (dst^tg änolvxog xai ötadtaltix^). §. 3 deiktische und 
anaphorische Bedeutung von oiTog^ ixstvog^ ods und avtog. §. 4 
Warum es so viele Pron. dritter Person gibt. §. 5 Vom * demonstr. 
Die aristarchische Definition der Pron. §. 6 Thematische oder 
anakoluthische Flexion der Personajia (n^attoTtmot). §. 7 Die ako- 
luthische Flexion von ixslvog und avTog. Grund dieser Flexions- 
verschiedenheit. §. 8 Pronominaler Gebrauch der Artikel. Erklärung 
der Flexion von ovtog und ods. §. 9Die stellvertretende Eigen- 
schaft der Pron. §.10 Die Pron. vertreten die Nomina, weil diese 
nicht in erster und zweiter Person stehen können, sondern nur in 
dritter. Warum es dennoch Pronomina 3. Person gibt. §.11 Bei 
den Verbis ,sein und genanntwerden* können die Nomina auch in 
erster und zweiter Person stehen. 

§. 12—20 Inklination und Orthotonirung der Pronomina. §. 12. 13 
die Nominative der Pronomina werden stets orthotonirt. §. 14—19 
die casus obliqui der Pronomina werden inklinirt (wenn sie absolut) 
und orthotonirt (wenn sie diastaltisch stehn). Insbesondere: 

§.14 die casus obliqui der Pronomina werden orthotonirt: 
bei Verknüpfung durch Gonjunktionen ; §. 15. 16 nach Praeposi- 
tionen; — (§. 17. 18 Wortstellung: orthotonirte Pronomina können 
die Stellung wechseln, inklinirte müssen nachstehen. Die inklinirten 
Pluralformen p. 129,4 bis 132, 19). — §. 18. 19 bei nachdrücklicher 
Betonung (p. 132, 20); Orthotonirung der durch Pleonasmus erwei- 
terten Formen (p. 133, 3); der Dualformen erster und zweiter Person, 
im Gegensatz zu denen der dritten (p. 134, 13); ferner werden 
orthotonirt die Pronomina avtog (ausser zuweilen im acc. sing, 
masc), sxstvog, ovtog^ ods und die pronominal gebrauchten Artikel 
(p. 135, 14 sq.). Dagegen werden 

die casus obliqui der Pronomina (person.) theils orthotonirt 
theils inklinirt neben dem epitagmatischen avtog (p. 137, 2). — 
Anm.: das epitagm. avtog dient nicht zur Unterscheidung des Ge- 
schlechts (p. 138, 14). — Unterscheidung reflexiv und transitiv 
gebrauchter pron. personalia: die reflexiv gebrauchten (bei Homer) 
werden stets orthotonirt, die transitiven entweder orthotonirt oder in- 
klinirt (p. 139, 1 sqq.). Unzulässigkeit der (späteren) zusammengesetzten 
Reflexivformen bei Homer (p. 140, 1 sq.). Beispiele reflexiv gebrauchter 



XL 

»■ 

pron. person. der dritteB Person (p. 143, 6 sqqJ). §. 2€ Sdiluss- 
betrachtung: Nutzen der Theorie in der Anwendung auf das tnklinirte 
und orthotonirte Pronomen der dritten P^son, an Beispielen erläutert. 

b. Die possessiven (und possessiv gebrauchten) Pronomina. 

§. 21. 22 Die Pron. poss. stehen sowohl transitiv als reflexiv (p. 149, 16 sq.). 
Erklärung homerischer und pindarischer Stellen (p. 152, 19 sqq.). 
Betrachtung über das doppelte if^ov (p. 158, 6 sq.). Excurse: a)über 
zenodotische und sonstige falsche Lesarten (vsoto^ ifislo &c.) 37. 
r261. 12 486. HllS. (p. 162, 28 sqq.); b) über (f(f(S^ und (Tyw^, 
0(p(S$v und <Sff(atv (p. 167, 5 sq.). 

c. Die zusammengesetzten (Reflexiv-) Pronomina. 

§. 23 Betrachtung über die Form ifiavTOV^ ob zusammengesetzt mit dem 
pron. poss. (ifAog:) oder dem pron. pers. {ifiov). §. 24 Warum die 
Reflexivpronomina nur in den casibus obliquis existiren köxmen. §. 25. 26 
Unmöglichkeit der Bildung eines Nominativs ifkavtoc^ ^uvrig. §-27 
Warum äH^loßv gleichfalls nur in den easibus ohliquis vorhanden. 
§. 28. 29 Warum die Pluralformen der Reflexiva erster und zweiter 
Person nicht vom Singular aus gebildet werden {ifkavtQvg &c.). 
§. 30 Zulässigkeit dieser Formation in der 3. Person, aber ütf^ac 
avTOvg analoger als iavtovg. 

d. Pronomina mit ethnischer Ableitungsendung. 

§.31. 32 Vfksdanog und vfisdanog sind vnrkliche Pt*onomina. Nicht mit 
edettpog zusammengesetzt. Warum nur von Pluralformen abgeleitet, 
und warum nicht in dritter Person vorhanden {(fifsSixnog - aXXodmnog). 

m. Buch. 

§. 1 — 11. Ursachen der axaTaXlf^lia und naTaXiifXia 

in den Verbindungen. 
S. Anhang VII. 

g. 1 . 2 Einleitung. (Woher kommt es dass avtog^ oix9g^ oäs auch ia erster 
und zweiter Person stehen, und dass das Reflexiv eavTmv &c. für die 
Reflexiva der 1. und 2. Pers. plur. eintreten kann? Vgl. §» 6). §. 3 
Ankündigimg der bevorstehenden Untersuchung. Die falsche Behand- 
lung dreier homerischen Stellen wird gerügt. §. 4. 5 Soloecismus 
kann nur iq. einem Satz, nicht in einem einzelnen Worte stattfkiden, 
auch wenn es durch Synthesis entstanden. 

§. 6 Deflnition der Congruenz und Incongruenz {navaXkfiXia und 
dKataXlfjXia), angewandt a) auf die deklinirbaren Wortarten; [Variatio 
structurae, s. Anhang VII] — - b) auf die nicht deklinirbaren Wortarten. 
Beantwortung der Fragen im 1. und 2. Capitel (p. 205, 21 sq.)^ Con- 
gruentes Verhalten des Verbi und Particips (p. 207, 3 sq.). 

§. 7—11 Gleichlautende Formen {(fvpS(i7tj(ü(Hc), §. 7 Gommunia. 

Dualformen. Part, und Infin. praes. imd imperfecti. Genera verbi (dta- 

d'iaBigy Einzelne gleichlautende Verbal- und Nominalformen, an 

Beispielen erläutert. Nominativ und Vokativ. §. 8 Das Pronomen 

der 2. Person (<fv, VfABtg) ist mehr Nominativ als Vokativ. Wider- 



XLI 

legung des Tryphon. §. 9 Vokativ der pron. demonstrativa. Vokativ der 
pron. possessiva (zulässig in der 1. und 3., unzulässig in der 2. Person). 
Gleichlaut der Formen ifioi, aoi^ {ol). Gleichlaut des artic. postpos. 
und des pron. possessivi der 3. Person. §. 10. 11 Die dxa%aXXiiXia 
der Verbindung des Neutr. plur. mit dem Singular des Verbi. 

§. 12—32. Vom Verbo. 

§. 12 Einleitung. §. 13—30. Von den Modis {iyxXitfsig). 

§.13—18, Infinitiv (anaQifi^atog). §.13 Der Infinitiv ist Q^fia y^vi- 
xühaTOv^ kein intQQfjfia. §.14 Infinitiv statt Imperativ, und in der 
Briefformel. §. 15. 16 Infinitiv bei dst und XQ^- Ueber den Akkusativ 
beim Infinitiv (p. 240, 11). §. 17. 18 Doppelter Akkusativ beim Infinitiv. 

§.19—21 Indikativ {oQKfnxij). Bejahung (xaT(iq>a(f$g) und Verneinung 

§.22.23 Optativ (evxtix^). Et^s, d^pslov. §. 24 Optativ (und Im- 
perativ) der Praeterita. 

§.25—27 Imperativ {n^oaraxtixii). Adhortativus (inod'srtxij), §.27 
Dritte Person des Imperativs. Unterscheidung gleichlautender Formen 
des Indikativs und Imperativs a) durch die Gonstruktion, b) durch die 
Betonung («Ct« und ^ori, (fdx>t nicht ^ai^i), 

§.28 — 30 Conjunktiv {vnotaxTix^^ nicht ditsnaxTix^), Vergleichung 
des Namens vnoraxnx^ mit der Bezeichnung avvöetSfio^ naQanXf^- 
Qcaikaxixoi und naQdvvfia. Warum im Nachsatz nur Praesens oder 
Futur, nicht Praeterilum. §. 29 Parathetische Zusammensetzung des 
Gonjunktivs, Ableitung vom Indikativ. §. 30 Die epizeuktischen Gon- 
junktionen. Warum idv sich nicht mit dem Indikativ eines Praeteriti 
verbindet. Dreifaches iVa. Unterschied der Verbindung von idv 
mit Gonj. aoristi und praesentis. Vom angeblichen Gonj. futuri bei 
Doriern. 

§.31 Genera verbi (diad^i(f€ig), Aktiv, Passiv, Medium. Deponens. 
Transitiva und Intransitiva. Excurs über hq^nivri^. Hinzufügung einer 
Objektsbestimmung. Umwandlung ins Passiv. 

§.32 Rektion der Verba. a) Verba mit dem Akkusativ. Gonstruktion 
der Verba des Willens {g^fiava nQoaiQST^xd) mit bloßem Inf. und acc. 
c. inf. Excurs über die Verba der Wahrnehmung. Excurs über die 
Gonstruktion von (fiXslv und sQciv, b) Verba mit dem Genitiv 
(p. 292, 7). c) Verba mit dem Dativ (p. 294, 8). Excurs über die 
Gonstruktion und verschiedenen Bedeutungen von avXetv^ axovsiv 
und dvaYtvci(Sxstv. Dativ bei gegenseitigen Handlungen. nsix^Ofiai 
(toi und vno aov, Gonstruktion von fj^iXst und fj^sTaf^iXsi. Das 
Rektionsverhältnis erstreckt sich auf alle Modi und Participien. 

IV. Buch. 

Von den Praepositionen. 
[Adverbien. Conjunktionen.] * 

§. 1. 2 Einleitung. Parathesis und Synthesis im allgemeinen. Betonung 
der Praepositionen. Anastrophe. 



f, 3 — I f Pxnt^Jr^JSf^^ urA ^nüjrtscfee Z«BKzi!i-=i5«rtxJG2a^ der PnepositioDen. 

formen irit Pra^ceZtlcc^i. f. 3 Syiib^ss irit den ca^bas rectis 
fp. 310. 9 sq.«. ParatLesK mit d-rn casl^s ocGtris ^p, 314, 19 sq.)- 
f, 4 UeLer ^o^* iltf^r^ rro^ r/. ro n^c^e rü. §.5 Faiatlietische 
Zosäcanjensetzcng Ton dM>rf und xa^iws. 

§,6 — 8 SjiätlietÄbe ZcsamiriefisetzGDg der Verbaiformen mit Prae- 
pr/^^X'C^fi. Beveis der sjntheüscfaeii ZosamiBeiKsetziiD^. hn^enonimeii 
Z) att§ der Augmentation: lAitF^ht des Tryplon §. 7»: b. aas der 
Ansufj^ät der Partkspialformen: c) aus da* Yeft>ä>iaii^ der Yerba mit 
NonJrwdiren ood Yokaüren: d» aus der BetonoD^. STnthetbcfae Zu- 
sammeusetzoDg der Partki{>ia. Ua^ofgrr^^ra, Ueber iS«r und nagor. 

g. 9 PstrsÜk^üsche ZosammensetziiDg der Praeposiöonen mit Pronomi- 

nibus und den Artikeln. Unmögüchkeit der cvw9^c§z \inix£iytz 
p. 331; 13> Sjntb^ss der Praepostionen mit sieb selbsL 

% 10 — 12 Von den dureb srntbetische oder paratbetkcbe Zosammeiisetzung 
mit Prsueposdionen entstaiid«ien Adrerbien. §.10 Paratbetkche 
Zusammensetzang Ton tiao. i^ ^j ^^ ^- Ueber die Zusammen^ 
Setzung von imi ^Heraklidesj. §.11 Syntbeikcbe Zusanunensetzung 
der Praepositionen mit Adrerbien {ijrdrm^ vTioxatm &c.). Paratbes^ 
der Pneposüktnen beim Adro^b iänd ror irr. ir rm indrm &c.)- 
8.12 Ueber el^ai(fvtig und d^vm. 



Anhang L ApoUonins de Adr. p. 529, 1 — 536, 27. 

Anhang IL Ueber die Gonstruktion Ton dhJ und x^?- Apollonius de 
Adr. p. 538, 13—543, 16. 

Anhang III. Ueber die Adrerbialendung -d« und die getrennte Schreib- 
weise Ton olxov de u. ahnL Apollonius de AdT. p. 589, 4 — 595, 23. 

Anhang IV. Ueber die Ableitungsendung S-sy in den Pronominalformen 
ipkil^ev^ ifiifev^ t^sv. Apollonius de AdT. p. 596, 33 — 599, 23. 

Anhang V. Apollonius de AdT. p. 614, 26 —625, 13. S. die Vorrede §. 7. 

Anhang VI. Ueber die zenodotischen Lesarten (zu Synt. p. 164, 4 sqq.). 
Apoll, de Pron. p. 136 G — 138 B. 

Anhang VII. Ueber die 11 ersten Capitel des 3. Buches. Vergleich mit 
Priscian. Ausfall der Lehre Ton der Tariatio slructurae. 

Anhang VIIL Ueber die genitiTischen Verbindungen der Verba (zu 
p. 290, 9 sqq.). 

Anhang IX. Ueber den avvdscffAog ßeßataTtxog ,ärf^ 
Register. 



APOLLONIOS DYSKOLOS 



UEPI SYNTASEQi:. 



XLII 

§. 3 — 1 2 Parathetische und synthetische Zusammensetzung der Praepositionen. 

§.3—5 Parathetische und synthetische Zusammensetzung der Nominal- 
formen mit Praepositionen. §. 3 Synthesis mit den casibus rectis 
(p. 310, 9 sq.), Parathesis mit den casibus obliquis (p. 314, 19 sq.). 
§. 4 Ueber naQ^ SUyor, naqä ri, to naqd %i. §. 5 Parathetische 
Zusammensetzung von diozi und xad^ovt, 

§.6—8 Synthetische Zusammensetzung der Verbal formen mit Prae- 
positionen. Beweis der synthetischen Zusammensetzung, hergenommen 
a) aus der Augmentation; (Ansicht des Tryphon §. 7); b) aus der 
Analogie der Participialformen ; c) aus der Verbindung der Verba mit 
Nominativen und Vokativen; d) aus der Betonung. Synthetische Zu- 
sammensetzung der Participia. llaQaavvd^Btct, Ueber ^§di/ und ttä^oV- 

§. 9 Parathetische Zusammensetzung der Praepositionen mit Pronomi* 
nibus und den Artikeln. Unmöglichkeit der avvd^sapg {inixsivcc 
p. 331, 13). Synthesis der Praepositionen mit sich selbst. 

§. 10—12 Von den durch synthetische oder parathetische Zusammensetzung 
mit Praepositionen entstandenen Adverbien. §. 10 Parathetische 
Zusammensetzung von siao^ i^ ovj iv m, Ueber die Zusammen- 
setzung von insi (Heraklides). §.11 Synthetische Zusammensetzung 
der Praepositionen mit Adverbien {ßndv(o^ vnoxdvco &c.). Parathesis 
der Praepositionen beim Adverb {and tov i^vv, iv tot indv(a &c.)- 
§.12 Ueber s^aifpvfjg und äipvoa, — 



Anhang I. Apollonius de Adv. p. 529, 1 — 536, 27. 

Anhang IL Ueber die Gonstruktion von dst und ;f^jy. Apollonius de 
Adv. p. 538, 13—543, 16. 

Anhang 111. Ueber die Adverbialendung ^ds und die getrennte Schreib- 
weise von olxov dS u. ähnl. Apollonius de Adv. p. 589, 4 — 595, 23. 

Anhang IV. Ueber die Ableitungsendung -S^sv in den Pronominalformen 
ifii&sv, (fi^sv, 6&6V. Apollonius de Adv. p. 596, 33 — 599, 23. 

Anhang V. Apollonius de Adv. p. 614, 26 —625, 13. S. die Vorrede §. 7. 

Anhang VI. Ueber die zenodotischen Lesarten (zu Synt. p. 164, 4 sqq.). 
Apoll, de Pron. p. 136 G — 138 B. 

Anhang VIL Ueber die 11 ersten Gapitel des 3. Buches. Vergleich mit 
Priscian. Ausfall der Lehre von der variatio structurae. 

Anhang VIII. Ueber die genitivischen Verbindungen der Verba (zu 
p. 290, 9 sqq.). 

Anhang IX. Ueber den (fvväsüfjtog ßeßaitaTtxog ,or#^ 

Register. 



APOLLONIOS DYSKOLOS 



UEPI SYNTASEaS. 



\ 



A 



Vi 



fcr. 

jeGdef 



'OH 



iaifcai «■ ura;- -wiBtairmL w,. ,. n. Tn. - ; . ." 

»«dd HC mt- „miMiinii iii««raoOT. . »>,....„. ,,,!,, ■, i 
"" " 5««™e ti»..,üc Eon,,. ,„„i„„. ,,.|„ .. V . ■ 
*«~> »""ipipmfoio hü»- «eimMi.1 V..1 , ,..1,1. . ■ 
«tau«, «ta dini«i Q«oi. „aoima, (,„,.,, .,. , i... 



"— »Uli »»ti. n . „, . ■ 




/ 



^ 



2 Einleitung. I, 2. 

4 Verbindungen das Wort schufen. Offenbar folgt daraus dass auch 
die Wörter, welche ein Theil des verbundenen vollständigen Satzes 
sind, eine Regelmäßigkeit der Verbindung in Anspruch nehmen. 

5 Denn der jedem Worte zu gründe liegende Sinn ist gewissermaßen 
ein Buchstabe ((fTOixstoy) des Satzes; und wie die Buchstaben die 
Silben (<fvllaß^, d. h. Zusammenfassung) hervorbringen durch ihre 
Zusammenfügung, so wird auch die Verbindung der dem Worte in- 
wohnenden Gedanken gewissermaßen eine Zusammenfassung her- 

10 vorbringen durch Verknüpfung der Wörter ; und wie femer aus den 
Silben das Wort, so entsteht aus der regelmäßigen Folge der 
Wörter ^ der in sich abgeschlossene selbständige Satz. 

§. 2. Dies alles lässt sich nun aus manchen Vorgängen und 
Merkmalen anschaulich machen ; insofern ein und derselbe Buchstabe 

15 zweimal genommen wird; elXaßsv^ evvensv; aber eaacb. die Silben: 
AiXsysg, ndfinav; und ebenso auch das Wort: 

M(S<f^ äysy M(io(fa liysia (Alcm. fr. 1. Bgk.); 
ßaQvg ßagvQ (Svvoixog ^ ; 
ja dieselbe Wahrnehmung erstreckt sich bis auf den Satz, wenn 

20 nehmlich das gesagte wiederholt wird, zuweilen mit Nothwendigkeit, 
zuweilen überflüssiger Weise ^. 

Sodann steht der einzelne Buchstabe pleon a st isch, ich meine 
nicht derselbe (wie in den obigen Beispielen), sondern so : in vdcsQ 
erscheint das d als ein pleonastischer Buchstab, da in dem Worte 
der Begriff vstv liegt; und in dXaXiiTog das (erste) a *, was auch 

25 als ein« pleonastische Silbe genommen werden kann, insofern un- 
eigentlich ^ die mit Hülfe nur eines einzigen Buchstabens aus- 
gesprochenen Laute Silben genannt worden sind ®. Aber wir sagen 



*)Nach der Lesart des cod.B. liUtai/ (s. comm. Bkk.), welche auch Priscian 
(vgl. Gaza, Planud. 1. c.) vor Augen hatte. *) Aus einem unbekannten Dich- 
ter, vermuthlich einem tragischen Chor. Vgl. Aesch. Suppl. 415. •) Aus 
dem Umstand dass Theodorus Gaza (Instit. lib. IV in.; cf. Max. Planud. 106) 
und Priscian (XVII, 3 Kr.) Beispiele solcher Satzwiederholungen hinzufugen 
<I1. Y 371. Theoer. 10, 1. Juv. Sat. VI. 641.) will Fr. Portus auf eine im Text 
vorhandene Lücke schliessen. Da aber die gen. Grammatiker die Syntax des 
Ap. in ihren Lehrbüchern nicht bloß excerpirten, sondern vielfach auch com- 
mentirten und in ihrem Sinne erweiterten, so scheint eine solche Annahme nicht 
geboten. Vgl. p. 222, 13 not. *) Wegen der (unverständigen) Ableitung von Xalita, 
S. de Conj. 522, 23. Etym. M. 55, 50. Planudes und Gaza (1. c.) haben dafür 
das ungleich besser gewählte Wort «öta/v^ ') Weil nehmlich auf solche 
Worttheile der BegrijBT ifvJdaßrj (Zusammenfassung) sich nicht anwenden lässt. 
Vgl. de Adv. 531, 17. Den Gegensatz ij xv^ito^ avUaßfj s. unten p. 7, ^7. S. 
auch Dion. Thr. 632, 24 und die Scholien. •) Vgl. p. 49, 17 sq. 



t, 2. Affektionen. 3 

dass auch Silben pleonastisch stehen: d^^sctfh xfiveMi^ Islaxmü^v 
und viele andere. Aber auch Wörter stehen pleonastisch: ii^cf^u 5 
xad^i^Oftaiy inta ivinw ^, dvtioq ivavriog, 

ov itv Y^ insita 
Tvdiog Ixyovog ittüt (II. E 812. cf. Conj. 513, 17) ß 

weil nehmlich die sog. expletiven Partikeln (dvvdsfSfM^ na^nX^ 
Qta^atixoi) alle unter den Begriff des Pleonasmus fallen^. Wir 
sagen femer dass zuweilen auch ganze Sätze überflüssig stehen' 
und keinen bestimmten Zweck haben, daher Aristarch aus solchen 
Gründen gar manche Athetesen vorgenommen hat. 

Auch die entgegengesetzte Affektion, Ausfall eines Buch- lo 
stabens, findet statt: yaXa ala^ von (fxf^TTTQOv kommt (fxijmovxog 
ßatfiXsiig; ebenso verhält sich ipa£ö$ftog zu (paidgog; die Zahl der 
Beispiele ist kaum zu üassen, da ihrer zu viele sind. Ebenso einer 
Silbe: wenn aus d^iXco Xdi wird, aus aiyonölog ainilog; aber auch i» 
eines Wortes, zB. wenn in 

äXX' vfutg iQxeif^s (I 649. cf. p. 117, 17) 
die Praeposition än6 fehlt; femer 

nixQag ddtvag sxovüai (A ^1) 
wo die Yollständigkeit die Praeposition nrer^o als Satz-Element er- 20 
heischt. In 

a^hiw S* ifAoi oi0} (Od. i 550) 
fehlt der Artikel K Denn da der Zusammenhang die Zurückführung 
des Wortes agretov (auf die vorhergenannten fA^ia) erfordert, 90 
erkennt man hieraus die Ellipse des Artikels ^. Fast die ganze 
folgende Untersuchung wird sich mit dergleichen Vorgängen be- 25 
schäftigen. Denn woher sonst vermuthete Zenodot, dass taXXo& mit 
Yerschlingung des Artikels zu schreiben sei^ wenn nicht bewogen ß 
durch die nothwendige Construktion ? Und weshalb sagte Aristarch 



^)DeDn die Pra^K)sitionen xcrra und ci^ sind ausserhalb der Zusammensetzung 
selbständige liU^s und können daher nicht als bloße <rt;Uff/9(ri betrachtet w^den. 
Vgl. den Satz p. 11, 15 und die Note dazu. ') d. h. insofern sie dazu bestimmt 
sind : TtaganXrjQovy ro rtxv^og r^s iQfJifjuiias, vgl. Gonj. 515, 6. Dass ihnen Ap. aber 
ausserdem noch eine bestimmte Bedeutung vindicirt, darüber s. unten p. 266, 
90 sqq. ') Als Beleg hiezu allegiren Gaza und Planudes (1. c.) übereinstimmend 
n. I 70. Y 127. *) S. p. 64, 2. ») Wiederum lassen hier sowohl Planudes 
und Th. Gaza als Priscian noch die Ellipse ganzer Sätze oder Satztheile folgen, 
welche ihnen nach Analogie der übrigen Fälle zu fehlen schien, tmd belegen den 
Gebrauch durch Beispiele (II. A 135. Thuc. 3,3,3. Ar. Nub. 226. Ter. Eun. 1, 
1,20). Portus vermuthet deshalb auch hier eine Lücke im Text. VgL die 
Note zu p. 4, 21. •) nehmlich in der Stelle Bl, wo äJJiot aristarch. Lesart. Vgl. 

p. 38, 15. 

1* 



4 Einleitung. I, 2. 

niemals dass der Artikel (bei Homer) überflüssig stehe, tilgte ihn 
aber^, »weil der Dichter^ gewöhnlich den Artikel fortlasse«.? Und 
obwohl er an jener Stelle alle Veranlassung hatte den Artikel zu 

5 schreiben, da der Zusammenhang denselben erheischte, Hess er ihn 
doch, der Gewohnheit des Dichters gehorchend, freiwillig fahren, 
und wählte lieber die Conjimktion dai als den Artikel a», schrieb also : 

ndSg dai tdv äXX<av Tq(&<ov (K 408), 

^^ Dies wird jedoch an seinem Orte noch weiter ausgeführt werden \ 
Es liegt auf der Hand, dass in folgenden Fällen keine Ab- 
werfung {anoxon^\ wie manche glauben, stattgefunden hat: 
äXi^ avuj ei (liiAOvdg ys (I 247) \ 
nccQa d^ äv^Q og xavad-^ifsi (n 45); 

lö sondern es findet Ellipse eines Verbalbegriffs statt*. Denn wie 
kann man von der Apokope eines ganzen Wortes reden? Es 
beweist dies schon der Name der Affektion; denn jede Apokope 
besagt dass ein Theil des Ganzen fehlt. 

20 Auch folgende Annahme glaube ich rechtfertigen zu können. 

Es ereignet sich zuweilen bei den Wörtern dass sie falsch ge- 
schrieben werden; welche Fehler entweder durch das Gehör als 
solche erkannt, oder, wo dieei nicht ausreicht, durch die rationelle 

25 Prüfung verbessert werden. Wir nennen diesen Zweig der Gram- 
matik die Orthographie. Etwas entsprechendes nehme ich auch 
in der Bede an. Werden nehmlich die Worte in fehlerhafter Weise 

7 verbunden, so nennt man das einen Soloecismus ^, indem ge- 
wissermaßen die Elemente der Bede fehlerhaft zusammentreten. 
Da man nun die genaue Schreibweise erlernen kann, muss man 
auch die genaue Satzverbindung kennen lernen. 

6 Es gibt vorgeordnete (protaktische) Buchstaben • sowohl 
unter den Consonanten wie unter den Vokalen. Aber auch für 



^) In der sogleich folgenden Stelle K 408. *) Zu ikktinovrog ist tov nohvftov 
zu ergänzen. Vgl. p. 141, 14. ») S. p. 77, 10. *) Vgl. Conj. 500, 7. Adv. 614, 
1. An. Bkk. 927, 23. ') lieber Soloecismus und Barbarismus handelt Ap. erst 
p. 198, 7; Priscian, Gaza und Planudes thun es bereits an dieser Stelle. 
*) Obwohl Ap. hier offenbar nur ganz kurze Andeutungen, keine Ausführungen 
geben wollte, so erfordert doch die Analogie der folgenden Sätze, worin von vor- 
und nachgestellten Silben und Buchstabenverbindungen innerhalb der Silben, 
von vor- und nachgestellten Wortarten etc. die Rede ist, dass auch hier im 
einleitenden Satze ein gleiches geschehen war und nach Tr^oTaxnx« die Worte 
9tak vnoraintxd entweder ausgefallen, oder doch im Sinne behalten sind. In der 
That haben auch sowohl Planudes als Gaza an der betreffenden Stelle überein- 
stimmend die Worte: rdSv (rro^/s/coy rcr fiiy nQOTattnxdy id di vnotaxjkxuf und 
erweitern den Satz zweckmäßig durch das erläuternde Beispiel der Diphthongen 



I, % Vor- und nachgestellte Wörter. 5 

Wortsilben gilt ähnliches, zB. wenn mittelst der Vokale ij und v 
eine protak tische Silbe gebildet wird^; oder wenn in der ge- 
wöhnlichen Sprache alle aspirirten Yokale immer nur zu Anfang 
der Wörter sich findend Nachgestellte (d. h. nie zu Anfang 
der Silben stehende) Consonantenverbindungen sind y^a, x/k, ^ju. lo 
Zu Ende der Wörter stehn Xg, ^g, vg und viele andere. Dasselbe 
findet bei ganzen Wörtern statt. Wir nennen gewisse Wörter 
Prae Positionen, praepositive und postpositive Artikel, Adverbia*, 
welche alle mehr von ihrer Stellung im Satze den Namen erhalten 
haben als von ihrer Bedeutung. Auch in der Bede lässt sich ahn- ^^ 
liches nachweisen, sofern der mit einem Nachsatz verbundene 
Yordersatz nur dann als richtig erscheint, wenn er in seiner ur- 
sprünglichen Wortfolge dem Nachsatz vorangeht, zB. si nsQmatst ^ 
Jtovvcfiog, xivstzat Jiovidiog^ denn er bewegt sich, wenn er spazieren 
geht. Sobald aber der Satz umgekehrt wird, ver